Liechtenstein ändert Thronfolge: Frauen dürfen künftig Fürstin werden
In Liechtenstein dürfen künftig auch Frauen den Fürstenthron besteigen: Das Fürstenhaus des kleinen Alpenstaates zwischen Österreich und der Schweiz verkündete am Samstag eine Änderung seiner Thronfolgeregelung.
Damit erbt künftig unabhängig vom Geschlecht das erstgeborene Kind den Thron, nicht mehr der erstgeborene Sohn. Die neue Regel gilt laut dem Schweizer Boulevardblatt Blick jedoch erst für die nächste Generation, die noch gar nicht geboren ist.
Das habe das Fürstenhaus am Samstag nach Missverständnissen klargestellt, berichtete Blick und folgerte: „Prinzessin Marie Caroline (29), die letztes Jahr geheiratet hat, kann nicht Fürstin werden. Sie würde, sollte ihr älterer Bruder aus der Thronfolge ausscheiden, übergangen - dann kämen ihre jüngeren Brüder zum Zuge. Die ungleiche Behandlung von Frauen und Männern bleibt also noch zwei Generationen lang bestehen.“
In absehbarer Zukunft dürfte damit keine Frau den Titel erben. Seit 1989 ist Hans-Adam II. Fürst von Liechtenstein. Seit 2004 nimmt sein Sohn Alois die meisten offiziellen Verpflichtungen wahr. Alois und seine Ehefrau Sophie haben vier Kinder, voraussichtlicher Thronerbe ist ihr 1995 geborenes ältestes Kind Joseph Wenzel Maximilian Maria.
Liechtenstein begeht Nationalfeiertag
Der Beschluss zur neuen Regelung wurde anlässlich des Liechtensteiner Nationalfeiertags (15. August) verkündet. Er sei mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit aller stimmberechtigten Mitglieder angenommen worden, hieß es.
Die Familie der Fürsten von Liechtenstein stammt ursprünglich aus Niederösterreich, sie kaufte das Gebiet des heutigen Liechtenstein um das Jahr 1700. Liechtenstein zählt rund 40.000 Einwohnerinnen und Einwohner und gehört nicht zur Europäischen Union, aber zum Europäischen Wirtschaftsraum und zum Schengen-Raum.
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