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Politik Ausland
12/05/2011

Libyen: Bald neue Übergangsregierung?

Der Chef des Übergangsrates warnte aber vor verfrühtem Optimismus. Unterdessen flüchtete auch Gaddafis Sohn Al-Saadi ins Ausland.

In Libyen dürfte es schon bald eine neue Übergangsregierung geben. Und zwar innerhalb der nächsten zehn Tage. Das kündigte Mahmud Jibril vom Übergangsrat in Tripolis an. Am Wochenende traf erstmals seit dem Sturz des Gaddafi-Regimes der Vorsitzende des libyschen Übergangsrates, Mustafa Abdul Jalil, in Tripolis ein. Hunderte Anhänger, Rebellen-Militärs und Honoratioren der Hauptstadt bereiteten ihm einen begeisterten Empfang, berichteten Augenzeugen.

Bisher hatte sich Jalil, der führende Politiker der neuen Machthaber, in der ostlibyschen Großstadt Bengasi aufgehalten. Dort war im Februar der Volksaufstand ausgebrochen, der Ende August zur Vertreibung Gaddafis aus Tripolis geführt hatte. Nach Medienberichten vom Sonntag warnte Jalil im Kreise der Rebellenführung vor zu großem Optimismus. Gaddafi habe immer noch Geld, um Söldner anzuwerben. Die schon länger erwartete Ankunft Jalils sollte auch dazu beitragen, die Kluft zwischen der politischen Führung des Aufstands und den Rebellen-Militärs in der Hauptstadt zu schließen.

Auch Al-Saadi setzt sich ab

Immer mehr enge Familienmitglieder des gestürzten Diktators Muammar al-Gaddafi setzen sich ins Ausland ab. Gaddafis Sohn Al-Saadi habe am Sonntag die Grenze zum Nachbarland Niger überquert, sagte der nigrische Justizminister Marou Amadou in der Hauptstadt Niamey. Wie der arabische Nachrichtensender Al Jazeera weiter berichtete, wurde der 38 Jahre alte Ex-Fußballprofi in einem Konvoi mit acht weiteren Personen aufgegriffen. Die Regierung von Niger sei nicht im Voraus informiert worden.

Al-Saadi ist bereits das vierte von acht Kindern Gaddafis, das sich ins Ausland abgesetzt hat. Zuvor war Ende August die zweite Ehefrau des untergetauchten Ex-Machthabers, Safija al-Gaddafi, mit der Tochter Aisha und dem Sohn Hannibal nach Algerien geflüchtet. Mit dabei war auch Gaddafis ältester Sohn Mohammed, der aus erster Ehe stammt. Wo sich der Ex-Diktator selbst aufhält, ist weiterhin unklar.

In das Nachbarland Niger waren in den vergangenen Tagen bereits ranghohe Generäle Gaddafis geflüchtet. Die Regierung des Landes gibt an, dass sie die Wüstengrenze zu Libyen nicht vollständig überwachen könne.

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