Wałęsa zu Geheimdienstakte: "Das stinkt nach Fälschung"

Lech Wałęsa vor Flaggen.
Der polnische Ex-Präsident hofft auf internationale Expertise.

Der ehemalige polnische Arbeiterführer, Präsident und Friedensnobelpreisträger Lech Wałęsa setzt beim Umgang mit seiner angeblichen Geheimdienstakte auch auf internationale Experten. "Ich reiche das zur internationalen Klärung weiter", sagte er am Dienstag dem polnischen Nachrichtensender TVN24. "Das stinkt von Weitem nach Fälschung".

Ein handschriftliches Dokument auf kariertem Papier mit polnischem Text aus dem Jahr 1972.
A copy of a money bill signed by "Bolek" is seen as a part of copies of communist-era documents intended to prove that Solidarity leader Lech Walesa was collaborating with Polish communist secret service are seen in Polish Institute for National Remembrance in Warsaw, February 22, 2016. Poland's new right-wing leaders are using fresh allegations about Solidarity hero Lech Walesa to revive conspiracy theories that the communist-era regime staged its own demise in 1989 to hold onto power behind the scenes. / AFP / WOJTEK RADWANSKI

"Ich lasse nicht zu, dass der Leichnam Kiszczaks gewinnt", sagte Wałęsa, der Spitzelvorwürfe stets bestritten hat. Das zur Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit zuständige Institut des Nationalen Gedenkens (IPN) hatte in der vergangenen Woche aus dem Privatarchiv des verstorbenen früheren Innenministers Czeslaw Kiszczak die Personalakte des Geheimdienstspitzels "Bolek" aus den 1970er Jahren sichergestellt. Darin befindet sich eine angeblich von Lech Wałęsa unterzeichnete Verpflichtung, mit dem kommunistischen Sicherheitsdienst zusammenzuarbeiten.

"Ich liebe Polen, und niemand schmeißt mich von dort raus, noch werde ich wegziehen."

Der Friedensnobelpreisträger, der im August 1980 den Streik auf der Danziger Leninwerft anführte und der kommunistischen Regierung die Gründung der unabhängigen Gewerkschaft Solidarnosc (Solidarität) abtrotzte, widersprach Gerüchten, er wolle Polen nun verlassen: "Ich liebe Polen, und niemand schmeißt mich von dort raus, noch werde ich wegziehen."

Ein Dokument mit handschriftlichen Notizen und dem Namen Lech Wałęsa, genannt „Bolek“.
This picture taken on February 22, 2016 at Polish Institute for National Remembrance in Warsaw shows a declaration of cooperation with signature of Lech Walesa aka "Bolek" as one of several copies of Communist-era documents intended to prove that Solidarity leader Lech Walesa was collaborating with Polish communist secret service. Poland's new right-wing leaders are using fresh allegations about Solidarity hero Lech Walesa to revive conspiracy theories that the communist-era regime staged its own demise in 1989 to hold onto power behind the scenes. / AFP / WOJTEK RADWANSKI

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