Flüchtlinge überqueren die Grenze zu Mazedonien, während "Wirtschaftflüchtlinge" nicht passieren dürfen.

© APA/EPA/GEORGI LICOVSKI

Flüchtlinge
11/21/2015

Lage an mazedonischer Grenze zunehmend gespannt

Die Zahl der als Wirtschaftsflüchtlinge Abgewiesenen steigt ständig.

Mehr als 1.000 sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge haben am Samstag laut mazedonischen Medienberichten die Eisenbahnstrecke zwischen Griechenland und Mazedonien besetzt, nachdem ihnen die mazedonischen Behörden die Einreise verweigert hatten. An der mazedonischen Grenzseite wurden unterdessen die Sicherheitskräfte aufgestockt, berichtete das Internetportal "24vesti" Samstagnachmittag.

Laut dem Belgrader staatlichen TV-Sender RTS drohte die Situation am Samstag zu eskalieren, als einer der nicht durchgelassenen Flüchtlinge Selbstmord zu begehen versuchte. Laut serbischem Premier Aleksandar Vucic würden sich an der griechisch-mazedonischen Grenze am Abend bereits 3.000 "Wirtschaftsmigranten" drängen. Ihre Zahl würde konstant ansteigen, warnte der serbische Regierungschef.

Vucic trifft Tusk

Serbien sei bereit, seinen Nachbarn zu helfen, erwarte aber auch eine umfassende Lösung der Europäischen Union in der Flüchtlingskrise, unterstricht Vucic nach einem Treffen mit dem EU-Ratspräsidenten Donald Tusk. Sein Land werde jede Lösung akzeptieren, könne aber nicht annehmen, dass einige Regeln für Serbien und andere für anderen Ländern gelten würden, meinte Vucic.

Die serbischen Behörden hatten am Mittwochnachmittag die Grenzen für die "Wirtschaftsmigranten" gesperrt, nachdem dies, wie es in Belgrad hieß, zuvor auch Slowenien und Kroatien getan hätten. Mazedonien hatte einige Stunden später mit denselben Maßnahmen gestartet. Der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer forderte in einem KURIER-Interview gleiches auch für Österreich.

Serbien können sich auf die "kontinuierliche Unterstützung" der EU bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise verlassen, versicherte Tusk bei einer gemeinsamen Pressekonferenz. "Wenn wir Schengen aufrechterhalten wollen, müssen wir den Westbalkan unterstützen", unterstrich Tusk.

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