Migranten auf dem Fußmarsch zur türkisch-griechischen Grenze bei Edirne

© Kurier/Juerg Christandl

Politik Ausland
03/03/2020

"Lage an griechischer Grenze nicht mit 2015 vergleichbar"

UN-Flüchtlingshilfswerk fordert Unterstützung für Ankara und Athen, um Migranten versorgen zu können.

Die Lage an der türkisch-griechischen Grenze sei angespannt, aber kein Notstand für Europa, sagte der Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks in Deutschland, Martin Rentsch, dem Sender NDR Info. Aus Sicht des UNHCR ist die aktuelle Situation "nicht vergleichbar mit der Flüchtlingskrise vor fünf Jahren".

Lösungen für die Situation in Griechenland gebe es, fügte Rentsch hinzu. Diese müssten nun umgesetzt werden. Dazu seien "vor allem Dialog und Kooperation nötig und nicht Abschottung und Alleingänge".

Gewalt keine Lösung

Gewalt gegen schutzsuchende Menschen könne nicht Europas Antwort sein. "Wichtig ist erstmal die unmittelbare humanitäre Hilfe, und dann muss es eine Möglichkeit geben, die griechisch-türkische Grenze zu managen", erklärte Rentsch. Es müsse weiterhin möglich sein, die Asylgesuche der Menschen zu überprüfen. "Das ist geltendes Recht - und dazu brauchen Griechenland und die Türkei Unterstützung."

EU ist säumig

Als Ursache für die Lage sieht Rentsch vor allem die seit Jahren bestehende Uneinigkeit innerhalb der EU. Nicht die Flüchtlinge seien die Krise, sondern die fehlende Antwort der EU auf solche Situationen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Wochenende die Grenzen zur EU für Flüchtlinge öffnen lassen. Er begründete dies damit, dass die Europäische Union ihre Verpflichtungen aus dem Flüchtlingspakt mit der Türkei von 2016 nicht einhalte.

Seither versuchten Tausende Flüchtlinge, über die türkisch-griechische Grenze in die EU zu gelangen. Griechische Grenzschützer hielten am Wochenende etwa 10.000 Menschen vom Grenzübertritt ab. Am Montag drohte Erdogan, die Grenzen blieben weiter offen. Es sei nun an der EU, ihren "Teil der Last" in der Flüchtlingskrise zu tragen.

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