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Krise in Kuba: Castro will mit Trump verhandeln

Rodríguez Castro, Enkel des bekannten Ex-Präsidenten, soll eine Brücke zwischen den USA und Kuba schlagen.
Raul Castro's grandson participates in two key meetings of the Cuban government

Zusammenfassung

  • Rodríguez Castro, Enkel von Raúl Castro, erklärte sich zu Verhandlungen mit Donald Trump über Kubas Krise bereit und sieht wegen Wirtschaftskrise, humanitärer Notlage und US-Öldruck dringenden Handlungsbedarf.
  • Er zeigte sich unter bestimmten Bedingungen offen für die Freilassung politischer Gefangener, während die Beziehungen zwischen Kuba und den USA zuletzt einen neuen Tiefpunkt erreicht hatten.
  • Obwohl Rodríguez Castro kein offizielles Regierungsamt bekleidet, gilt er wegen seines Einflusses in der Führung und seiner Kontakte in die USA als mögliche „Brücke“ zwischen Havanna und Washington.

Der Enkel von Kubas Ex-Präsident, Rodríguez Castro, ist bereit, die Zukunft des Landes mit US-Präsident Donald Trump zu verhandeln. Das erklärte der 42-jährige militärische Sicherheitschef in einer Reihe von Exklusivinterviews gegenüber der USA Today. Würde er nominiert werden, könne er mit jedem verhandeln, den die US-Regierung auswähle, behauptete Castro im Gespräch mit der Tageszeitung. Im Idealfall würde er jedoch ein Treffen mit dem US-Präsidenten bevorzugen.

„Wenn sich die Gelegenheit ergibt, würde ich das gerne direkt mit Trump besprechen“, sagte Castro in dem Interview. Ihm zufolge gäbe es keine Zeit zu verlieren. Kuba sehe sich mit einer angeschlagenen wirtschaftlichen Lage, einer humanitären Krise und einer Ölblockade durch die Trump-Regierung konfrontiert. Man wolle vermeiden, das nächste Venezuela zu werden, betonte er im Interview.

Castro zur Entlassung „politischer Gefangener“ bereit

Castro erklärte sich ebenfalls dazu bereit, „unter den richtigen Bedingungen“ Personen, die als „politische Gefangene gelten“, freizulassen. Laut Reuters hatten die USA bereits im Mai eine Anklage wegen Mordes gegen den ehemaligen Präsidenten Raúl Castro erhoben. Die Anklage markierte einen neuen Tiefpunkt in den Beziehungen zwischen den USA und Kuba und erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem Trump auf einen Regimewechsel in Kuba drängte. Ex-Präsident Raúl Castros Kommunisten sind bereits seit der Revolution seines verstorbenen Bruders Fidel Castro im Jahr 1959 an der Macht.

Ebenfalls im Mai veröffentlichte Kuba die Namen Tausender Häftlinge, denen im Rahmen einer davor erlassenen Anordnung die Freiheit gewährt worden war. Währenddessen führte die kubanische Regierung mit den USA Verhandlungen über eine Reihe von Streitfragen, darunter auch politische Gefangene.

Die Anordnung vom April gewährte einer umfangreichen Liste von Häftlingen „vollständige und endgültige Begnadigung“. Dieser Schritt wurde als „humanitäre und souveräne Geste“ beschrieben.

„Habe mich nie für Politik interessiert“

Bereits im Jugendalter bezog der ehemalige Präsident Kubas seinen Enkel in staatliche Angelegenheiten mit ein. Rodríguez Castro wuchs im Umfeld der Elite Kubas auf und erhielt bereits früh einen Einblick in das politische Geschehen des Landes. Heute fungiert Rodríguez Castro nicht nur als Sicherheitschef der kubanischen Führung, sondern berät diese bei politischen Entscheidungen, Investitionen und Verhandlungen - so auch den aktuellen Präsidenten Miguel Díaz-Canel.

Dennoch beteuerte der 42-Jährige, sich selbst nicht als Politiker zu sehen. „Ich habe mich nie für die Politik interessiert“, erläuterte Castro. „Aber wenn die Revolution mich irgendwann darum bitten würde, würde ich es tun“, fuhr er fort und stellte klar, dass er weder die Prinzipien der kubanischen Revolution von 1959 noch die Souveränität des Landes opfern würde. Castro könnte jedoch aufgrund seiner vorteilhaften Beziehungen in Zukunft als „Brücke“ bei Verhandlungen zwischen den USA und Kuba dienen.

Castro-Familie regiert Politik und Wirtschaft im Land

US-Medien zufolge hat Rodríguez Castro im Laufe der Zeit ein soziales Netzwerk mit hohen, politischen Funktionären rund ums Weiße Haus aufgebaut, unter anderem mit Staatssekretär Marco Rubio. Er bekleidet aktuell jedoch kein offizielles Regierungsamt und tritt nur selten in staatlichen Medien auf. Sein Einfluss und Status innerhalb Kubas sind aufgrund seines Nachnamens jedoch unbestritten.

Castros Familie regiert bis heute die Politik und Wirtschaft im Land. Sein Vater, General Luis Alberto Rodríguez López-Calleja, leitete das undurchsichtige Unternehmen GAESA, das vom kubanischen Militär gestützt wird und einen großen Einfluss auf die Wirtschaft und die Tourismusbranche des Landes nimmt. Der US-Tageszeitung „Miami Herald“ zufolge überstieg der jährliche Umsatz des Unternehmens im Jahr 2023 den Staatshaushalt Kubas um mehr als das Dreifache. Diese Angaben wies Raúl Castro im Interview mit „USA Today“ jedoch zurück.

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