© APA/AFP/OLEKSANDR GIMANOV

Politik Ausland
07/02/2022

London: Zivile Opfer wegen ungenauer russischer Raketen

Das Arsenal an modernen Waffen soll laut britischen Geheimdiensterkenntnissen schwinden.

Russland setzt nach britischer Einschätzung bei seinen Angriffen in der Ukraine zunehmend auf ungenaue Raketen. Grund sei vermutlich, dass die Vorräte an modernen, zielgenauen Waffen schwinden, teilte das Verteidigungsministerium in London am Samstag mit. Analysen von Überwachungsaufnahmen hätten ergeben, dass das Einkaufszentrum in der ostukrainischen Stadt Krementschuk sehr wahrscheinlich von einer Rakete des Typs Ch-32 getroffen worden sei, so Geheimdiensterkenntnisse.

Dabei handle es sich um eine Weiterentwicklung der sowjetischen Rakete Ch-22 (NATO-Code: AS-4 Kitchen), die aber noch immer nicht daf√ľr optimiert sei, Bodenziele genau zu treffen, vor allem in St√§dten. "Dies erh√∂ht die Wahrscheinlichkeit von Kollateralsch√§den beim Zielen auf bebaute Gebiete erheblich", betonte das Ministerium.

Angriffe im S√ľdwesten

Bei Angriffen auf das s√ľdwestukrainische Gebiet Odessa am 30. Juni seien vermutlich Raketen vom Typ Ch-22 eingesetzt worden. "Diese Waffen sind sogar noch ungenauer und ungeeignet f√ľr zielgenaue Angriffe und haben in vergangenen Wochen so gut wie sicher zu wiederholten zivilen Opfern gef√ľhrt", hie√ü es weiter.

Gro√übritannien ver√∂ffentlicht seit Kriegsbeginn am 24. Februar t√§glich in beispielloser Form Einsch√§tzungen seiner Geheimdienste zum Kriegsverlauf. Am Samstag hie√ü es zudem, dass russische Kr√§fte rund um die umk√§mpfte ostukrainische Stadt Lyssytschansk dank andauernder Luft- und Artillerieangriffe kleinere Gel√§ndegewinne erzielen konnten. Ukrainische Einheiten w√ľrden den Vormarsch aber offenbar in den s√ľd√∂stlichen Vororten der Stadt blockieren.

Jederzeit und √ľberall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare