US-Präsident Obama im US-Cyber-Security-
Center

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Spannungen steigen
10/15/2016

Krieg im Netz: USA drohen Moskau mit Rache

Weil Washington Russland hinter Hacker-Attacken vermutet, wird angeblich Gegenangriff geplant.

von Walter Friedl

Die Beziehungen zwischen den USA und Russland verschlechtern sich nahezu täglich. Neben verbalen Angriffen könnte es nun auch zu virtuellen (im Internet) kommen. Das zumindest berichtet der amerikanische TV-Sender NBC unter Berufung auf mehrere Geheimdienstquellen.

Demnach wurde der Auslandsgeheimdienst CIA damit beauftragt, Präsident Barack Obama mehrere Optionen für heimliche Cyberattacken vorzulegen, um den Kreml empfindlich zu treffen und "bloßzustellen". Dies sei gleichsam als Gegenschlag zu sehen, da Washington Moskau für diverse Hacker-Angriffe verantwortlich macht. So sollen Systeme politischer Organisationen, darunter auch die Demokratische Partei von Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, und Institutionen infiltriert worden sein, um den laufenden US-Wahlkampf zu beeinflussen, lautet die landläufige Meinung in der US-Hauptstadt.

Obamas Stellvertreter Joe Biden äußerste sich in der NBC-Sendung "Meet The Press" ziemlich eindeutig: "Wir senden eine Botschaft" an Russland – und zwar zu einem Zeitpunkt unserer Wahl und unter Umständen, die die größte Wirkung entfalten werden." Eine Spekulation geht dabei in die Richtung, zwielichtige Taktiken des russischen Präsidenten Wladimir Putin an die Öffentlichkeit zu bringen.

"Rande der Grobheit"

Der außenpolitische Berater des Kreml-Chefs, Juri Uschakow, übte heftige Kritik an den vermeintlichen Plänen der USA: "Das ist schon am Rande der Grobheit. Falls das geschieht, werden wir natürlich reagieren." Russlands Außenminister Sergej Lawrow, der am Samstag mit seinem US-Kollegen John Kerry den Syrien-Konflikt erörterte (siehe Seite 8 unten), hatte schon früher die US-Anschuldigungen als "Unsinn" abgetan.

Doch auch der Wahlkampfchef Clintons, John Podesta, sieht Moskau hinter diversen feindseligen Aktivitäten im Cyberspace – auch für einen Angriff auf sein eMail-Konto, das dann auf der Ent-hüllungsplattform Wiki-Leaks publik gemacht wurde, macht er die Kreml-Führung verantwortlich.

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