Tausende hatten gegen einen Deal mit Griechenland demonstriert

┬ę APA/AFP/ROBERT ATANASOVSKI

Mazedonien

Kreml will angeblich Skopjes Weg in NATO torpedieren

Balkan-Strategie Moskaus. Wie Russland angeblich in Mazedonien Einfluss nehmen wollte

von Elke Windisch

07/18/2018, 03:17 PM

Moskau macht mobil gegen Mazedoniens Namenskompromiss mit Griechenland, durch den der Weg f├╝r eine Mitgliedschaft der einstigen Teilrepublik in NATO und EU frei wird. Das Ende des Namensstreits ist f├╝r Russland, wo die Restauration einstigen Einflusses auf dem Balkan zu den au├čenpolitischen Priorit├Ąten z├Ąhlt, die zweite herbe Niederlage in der Region in nur einem Jahr: Montenegro wurde 2017 NATO-Mitglied, f├╝r 2025 ist der EU-Beitritt geplant. Moskau hatte die Westdrift des Adria-Staates durch Unruhen bei den Parlamentswahlen 2016 zu verhindern versucht. Erfolglos.

Geld f├╝r Unruhestifter

Auch die Anstifter von Unruhen wegen des Kompromisses in Griechenland werden in Moskau vermutet. Damit begr├╝ndete Griechen-Premier Alexis Tsipras am Freitag die Ausweisung zweier russischer Diplomaten. Das Geld f├╝r die Proteste soll ├╝ber eine Gesellschaft geflossen sein, die der Russisch-Orthodoxen Kirche nahesteht. Russisches Geld floss offenbar auch f├╝r Proteste in Mazedonien. Laut der Plattform f├╝r investigativen Journalismus occrp.org, die Einsicht in Dokumente des Innenministeriums in Skopje bekam, sollen mazedonische Politiker, au├čerparlamentarische Opposition und Vereine 300.000 Euro f├╝r gewaltsamen Widerstand gegen die Namens├Ąnderung abgegriffen haben. Denn im Herbst soll die Bev├Âlkerung ├╝ber den neuen Staatsnamen ÔÇ×Nord-MazedonienÔÇť abstimmen. Die T├╝ren zur EU und zur NATO w├Ąren bei einem Nein wieder zu.

Oligarch im Visier

Eine Schl├╝sselrolle bei dem Geldtransfer, so die Enth├╝llungsplattform, soll der Kreml-nahe Multimilliard├Ąr Iwan Sawidis spielen, ein Mann mit griechischen Wurzeln. Der Eigent├╝mer des Fu├čballvereins PAOK Thessaloniki bedrohte nach einer Niederlage den Schiedsrichter schon mal mit gezogener Pistole.

Mazedoniens Premier Zoran Zaev best├Ątigte die Spenden. Allein an Komiti, einen Fanclub des Erstligisten FK Vardar in Skopje, sollen zwischen 13.000 und 20.000 Euro geflossen sein. Der Fanclub, so Zaev gegen├╝ber dem US-Medienportal Buzzfeed, habe bei den Unruhen im Juni nach dem historischen Kompromiss eine prominente Rolle gespielt. Mehrere Mitglieder waren festgenommen worden und hatten Ermittlern von den Zuwendungen des Russen berichtet. Der Oligarch dementierte, seine Holding Dimera Group drohte mit rechtlichen Schritten. Die russische Botschaft in Skopje kritisierte Zaevs Auslassungen als ÔÇ×verantwortungslosÔÇť.

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