Politik | Ausland
07.09.2018

Kosovo-Eklat: Serbiens Vucic verweigert Gespräch mit Thaci

Mogherini kündigt weiteren Dialog für September an.

Der serbische Präsident Aleksander Vucic hat sich am Freitag offenbar geweigert, wie vereinbart im Rahmen des EU-geführten Dialogs mit seinem Amtskollegen im Kosovo Hashim Thaci, zu sprechen. Vucic werde nicht mit Thaci in Brüssel sprechen, hieß es überraschend. Die Entscheidung teilte der Chef des serbischen Regierungsbüros für den Kosovo, Marko Djuric, am Freitag Reportern in der belgischen Hauptstadt mit.

EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hat dennoch eine Fortsetzung des von der EU geführten Dialogs beider Seiten angekündigt. Sie werde die nächste hochrangige Sitzung in Brüssel noch vor der UNO-Generalversammlung im September einberufen, erklärte Mogherini Freitag.

Mogherini war zuvor einzeln mit Vucic und Thaci in Brüssel zusammengetroffen. Vucic werde nicht mit Thaci sprechen, teilte der Chef des serbischen Regierungsbüros für den Kosovo, Marko Djuric, während der Sitzung Reportern in Brüssel laut der serbischen Nachrichtenagentur Tanjug mit. Der serbische Präsident habe die Entscheidung getroffen infolge "all der Täuschungen, Drohungen und Lügen durch die Kosovo-Albaner", sagte Djuric.

Mogherini erklärte: "Ich habe mehrere Gesprächsrunden mit beiden im bilateralen Format zu allen auf dem Tisch liegenden Fragen durchgeführt. Schwierigkeiten bleiben bestehen." Sie vertraue jedoch voll und ganz auf die "Bereitschaft beider Präsidenten, den Prozess fortzusetzen und in den kommenden Monaten eine rechtlich bindende Vereinbarung zu einer umfassenden Normalisierung ihrer Beziehungen im Einklang mit internationalem Recht zu erzielen."

Beim Europäischen Forum Alpbach in Tirol hatte es erst im August eine vielbeachtete Podiumsdiskussion mit Vucic und Thaci gegeben. Die öffentliche Debatte über die mögliche EU-Zukunft der Westbalkanstaaten hatte in einer emotionalen Debatte über Grenzziehungen geendet. Einig waren sich die beiden Politiker zumindest darin gewesen, dass sie eine bilaterale Lösung der Grenzstreitigkeiten anstreben - ohne Einmischung von außen.