Wo Le Pen diese Wahl gewinnen kann: Die Diagonale der Leere

Wo Le Pen diese Wahl gewinnen kann: Die Diagonale der Leere
Die Rechtspopulistin hat ein starkes Wahlkampf-Finish gegen Macron hingelegt. Sie punktet im Frankreich der Dörfer und Kleinstädte

Es ist ein Streifen, der sich von den Ardennen im Nordosten Frankreichs bis an die Atlantikküste südlich von Bordeaux zieht. Den Namen hat ihm ein französischer Autor mit einem Roman über das Aussteigen aus der hektischen Welt in der Stadt gegeben: "Die Diagonale der Leere". In der Realität aber prägt all diese Landstriche nicht Aussteiger-Romantik, sondern Armut, Arbeitslosigkeit, fehlende Bildungschancen und in Folge Abwanderung.

Wie Trumpland

Wie so viele westliche Länder von den USA bis Spanien klafft auch in Frankreich eine immer größere Lücke zwischen den Metropolen und ihrem Lebensstil und den ländlichen Gebieten und Kleinstädten. Und ob sie nun "Trumpland", wie in den USA, heißen, oder "das leere Spanien" ("Espana vacia"). Sie sind die Sprungbretter für Rechtspopulisten  also auch Marine Le Pen. Und die Französin und Chefin der Rechtspartei "Rassemblement National"  hat in ihrem Wahlkampf voll auf diese Gegenden gesetzt.

Land der Gelbwesten

Es sind auch jene Regionen, in denen in den Jahren 2018 und 2019 die Revolution der "Gelbwesten" hochkochte, jener Aufstand, der sich vordergründig gegen die Preiseerhöhungen bei Treibstoffen, aber grundsätzlich vor allem gegen die Welt "der da oben" richtete, also die Welt, in der inzwischen viele Franzosen Macron verorten.

 

Von Ort zu Ort

Amtsinhaber Emmanuel Macron absolvierte große Auftritte und machte sich im Ukraine-Krieg zum wichtigsten Gesprächspartner Moskaus. Le Pen dagegen tingelte von Ort zu Ort, sprach auf den Marktplätzen mit den Bürgern. Das Ergebnis, das, pünktlich zu heutigen ersten Runde der Präsidentschaftswahlen in Frankreich alle überrascht:

Es gibt ein Kopf an Kopf Rennen zwischen Macron und der ewigen rechten Herausforderin Marine Le Pen.

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