Politik | Ausland
09.12.2017

Kongo: Mindestens 15 UNO-Blauhelme getötet

Mindestens 53 Verletzte bei Angriff islamistischer ugandischer Rebellen. UNO-Generalsekretär Guterres: "Kriegsverbrechen"

In der Demokratischen Republik Kongo haben mutmaßlich ugandische Rebellen bei einem Angriff auf einen UNO-Posten mindestens 15 Blauhelmsoldaten aus Tansania getötet und 53 weitere verletzt. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres sprach am Freitag in New York von der schlimmsten Attacke auf die Weltorganisation in der jüngeren Geschichte.

Der tansanische Präsident John Magufuli zeigte sich schockiert. Im Kongo haben Angriffe auf Zivilisten, die Armee und die UNO-Blauhelme zuletzt zugenommen. Guterres sprach von einem Kriegsverbrechen und forderte die kongolesischen Behörden auf, die Angreifer zu fassen und zügig der Justiz zu übergeben.

Nach UNO-Angaben ereignete sich der Vorfall in Nord-Kivu im Grenzgebiet zu Uganda. Verantwortlich seien vermutlich islamistische Rebellen der Allied Democratic Forces (ADF). Bei den Gefechten kamen auch fünf kongolesische Soldaten ums Leben. Der UNO zufolge wurden 72 Angreifer getötet.

Die UNO-Mission MONUSCO wurde 2010 vom Weltsicherheitsrat eingesetzt und ist derzeit die größte Friedensmission weltweit. Die Blauhelme sollen Zivilisten schützen, das Land stabilisieren und einen politischen Übergangsprozess im Kongo unterstützen. Im Osten des Kongo gibt es wertvolle Bodenschätze.

Der UNO-Sicherheitsrat verurteilte den Angriff auf die UNO-Soldaten. Das US-Außenministerium erklärte es, sei schockiert über den schrecklichen Angriff. Nach der Attacke suchten UNO-Soldaten weiter nach drei Blauhelmsoldaten, zu denen sie während des rund dreistündigen Feuergefechts den Kontakt verloren hatten. Das deutsche Auswärtige Amt verurteilte den Angriff in scharf: "Die Tötung von Blauhelmen ist ein Kriegsverbrechen."