Politik | Ausland
12.12.2017

Kommt Atomkrieg? "Verzwickte Lage", sagt Kofi Annan

Auch sein Nachfolger als UN-Generalsekretär, Ban Ki-moon, beklagt fehlende globale Orientierung

Die ehemaligen UN-Generalsekretäre Kofi Annan und Ban Ki-moon haben vor neuen Konflikten und der Gefahr eines Atomkriegs gewarnt. "Wir sind in einer verzwickten Lage", sagte Annan der Nachrichtenagentur AFP vor dem Klimagipfel in Paris am Dienstag. Besondere Sorge bereite ihm das Risiko einer atomaren Eskalation im Nordkorea-Konflikt. Für die Entfesselung eines Atomkriegs sei nicht einmal eine bewusste Kriegsentscheidung nötig: "Eine Fehlkalkulation, ein Fehler - und wir sind alle Opfer", sagte Annan.

Ban, Annans Nachfolger an der Spitze der UNO, beklagte einen Mangel an globaler Orientierung, insbesondere seitens der USA unter Präsident Donald Trump. Trumps Rückzug vom Pariser Klimaschutzabkommen sei "kurzsichtig und töricht", sagte Ban. "Das reichste und mächtigste Land der Welt" verabschiede sich von einem historischen Abkommen. Mangelndes globales Engagement und eine fehlende globale Sichtweise führten aktuell zu mehr und mehr Konflikten weltweit.

Auch Annan beklagte einen Mangel an Führung und Orientierung in der internationalen Gemeinschaft. "Wenn wir in der Vergangenheit in einer solchen Krise gesteckt haben, gab es Anführer, die den nötigen Mut und die Weitsicht hatten, um zu handeln und zu verstehen, dass sie mit anderen zusammenarbeiten mussten", sagte Annan.

Terrorismus, Massenmigration und der Klimawandel seien Probleme, die zusammen angegangen werden müssten, doch "heute gehen Staatschefs in die falsche Richtung", kritisierte der Ghanaer. Aufrührerische Rhetorik sei keine Hilfe, wenn es darum geht, einen Atomkrieg zu verhindern, sagte Annan, ohne Trump oder den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un beim Namen zu nennen.