Politik | Ausland
08.10.2018

Kim Jong-un plant baldiges Treffen mit Xi und Putin

Südkorea verkündet zudem, dass Washington und Pjöngjang ein zweites Gipfeltreffen abhalten wollen.

Nordkorea will nach südkoreanischen Angaben rasch Gipfeltreffen mit Russland und China veranstalten. Sowohl eine Reise des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un zu Russlands Staatschef Wladimir Putin als auch ein Besuch von Chinas Präsident Xi Jinping in Nordkorea würden "bald" erwartet, sagte Südkoreas Staatschef Moon Jae-in am Montag in Seoul.

Die geplanten Treffen Kims mit Putin und Xi würden "getrennt" von dem möglichen zweiten Gipfel zwischen Nordkoreas Machthaber und US-Präsident Donald Trump angestrebt, sagte Moon bei einer Kabinettssitzung. Die Möglichkeit eines Treffens zwischen Kim und Japans Regierungschef Shinzo Abe sei noch "offen". "Eine neue Ordnung wird auf der koreanischen Halbinsel geschaffen", sagte Moon.

Am Sonntag hatte das südkoreanische Präsidentenbüro verkündet, dass Washington und Pjöngjang ein zweites Gipfeltreffen zum "frühestmöglichen Zeitpunkt" abhalten wollen. Zeit und Ort blieben jedoch zunächst offen. US-Außenminister Pompeo hatte sich am Sonntag in Pjöngjang mit Kim und dann in Seoul mit Moon getroffen., Trump und Kim waren sich im Juni bei einem historischen Gipfel in Singapur begegnet.

"Wichtige Fortschritte"

Pompeo verkündete am Montag, dass Kim internationale Inspektoren zur Überprüfung einer unbrauchbar gemachten nordkoreanischen Atomanlage ins Land lassen wolle. Kim habe ihm gesagt, dass "er bereit ist sie reinzulassen", um das Atomtestgelände Punggye Ri zu überprüfen, sagte Pompeo in Seoul.

Beide Seite müssten sich aber noch auf die "Logistik" der Überprüfungen verständigen, fügte der US-Außenminister hinzu. Der Abbau des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms sei "ein langer Prozess", bei dem zuletzt aber "wichtige Fortschritte" gemacht worden seien, sagte Pompeo vor der Weiterreise nach Peking.

Die USA fordern von Pjöngjang die vollständige Denuklearisierung. Japan hatte in der Vergangenheit eine harte Linie gegen Nordkorea verfolgt, von dessen Atom- und Raketenprogramm sich das Land bedroht sah. Zuletzt hatte sich jedoch auch Abe bereit für einen Gipfel gezeigt.