Rettungseinsatz nach den Angriffen in Jordanien

© REUTERS/MUHAMMAD HAMED

Zehn Tote
12/18/2016

Touristin unter Toten bei Angriffsserie in Jordanien

Zehn Tote, darunter eine kanadische Touristin, forderte eine Serie bewaffneter Angriffe in der südjordanischen Stadt Karak. Angreifer verschanzten sich in einer Kreuzfahrerburg.

Bei mehreren Angriffen auf Polizisten in der jordanischen Stadt Karak sind nach aktuellen Angaben mindestens zehn Menschen getötet worden, darunter eine kanadische Touristin. Mindestens 27 Menschen, darunter Sicherheitskräfte und Zivilisten, wurden bei den Schießereien am Sonntag verletzt, wie die Sicherheitsabteilung der Regierung nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Petra mitteilte.

Bewaffnete nahmen zudem 14 Geiseln, von denen einige durch eine Spezialeinheit der Polizei befreit wurden, wie die unabhängige Zeitung Al-Ghad meldete.

Zuerst sei eine Polizeipatrouille beschossen worden, die zu einem Hausbrand gefahren war, zitierte die amtliche jordanische Nachrichtenagentur Petra aus einer Mitteilung der Behörden. Die Angreifer, die sich in dem Haus aufhielten, hätten einen Polizisten verletzt und seien dann im Auto geflüchtet. Kurz darauf hätten bewaffnete Männer eine andere Patrouille angegriffen, jedoch niemanden verletzt.

In Kreuzfahrer-Burg verschanzt

Danach verschanzten sich fünf oder sechs Bewaffnete in der auch bei Urlaubern beliebten mittelalterlichen Kreuzfahrer-Burg der Stadt. Von dort schossen sie nach diesen Informationen auf das Hauptquartier der Sicherheitskräfte in der Stadt, die östlich des Toten Meeres liegt. Bis in den späten Abend waren Schüsse zu hören. Unter den Geiseln waren laut Al-Ghad malaysische Staatsangehörige. Zunächst bekannte sich keine Gruppe zu der Tat.

"Die Polizei und Sicherheitskräfte haben die Burg und die Umgebung umstellt und einen Einsatz gestartet, um die Bewaffneten zur Strecke zu bringen", hieß es laut Petra in der Mitteilung. Das Sicherheitsministerium ging von fünf oder sechs Bewaffneten aus. An dem Einsatz rund um die Zitadelle von Karak seien auch Spezialkräfte beteiligt.

Außenamt: Kein Wissen über betroffene Österreicher

Wie Außenamtssprecher Thomas Schnöll am Sonntagabend auf APA-Anfrage sagte, sind nach derzeitigem Wissensstand keine Österreicher von den Angriffen in Karak betroffen.

In der konfliktreichen arabischen Welt gilt das Königreich Jordanien als eines der stabilsten Länder. Wegen zahlreicher Kulturdenkmäler zieht es auch viele ausländische Touristen an. Tödliche Konflikte und Anschläge sind vergleichsweise selten. Zu einem tödlichen Anschlag auf das Militär bekannte sich im Juni allerdings die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS).

Jordanische Sicherheitskräfte gehen hart gegen Sympathisanten des IS vor. Jordanien ist an der US-geführten Militärkoalition gegen die Jihadisten in Syrien und im Irak beteiligt.

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