Politik | Ausland
29.01.2018

Kabul: Mindestens neun Tote bei Angriff auf Militärbasis

Das Verteidigungsministerium bestreitet, dass die Militärakademie Ziel des Anschlags war.

Bewaffnete haben am frühen Montagmorgen eine Militäreinheit nahe einer großen Militärakademie in der afghanischen Hauptstadt Kabul angegriffen. Dabei sind nach offiziellen Angaben mindestens neun Menschen ums Leben gekommen, darunter vier Angreifer. Die Jihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS) reklamierte die Tat für sich. Ziel sei die Militärakademie gewesen, erklärte sie via Sprachrohr Amaq.

Zwei Angreifer hätten sich in die Luft gesprengt, zwei weitere seien erschossen und einer sei verhaftet worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Dawlat Waziri, Montag früh. Außerdem seien fünf afghanische Soldaten ums Leben gekommen und zehn verletzt worden.

Angriff endete nach fünf Stunden

Der Angriff, der gegen fünf Uhr früh Ortszeit im Schutz der Dunkelheit begonnen hatte, endete nach knapp fünf Stunden am frühen Vormittag, sagte Waziri. Er widersprach Meldungen, dass die große Marschall-Fahim-Militärakademie selbst angegriffen worden sei. Das hatten zuvor unter anderem der Präsidentenpalast, ein in der Gegend lebender Offizier und afghanische Medien berichtet. Ziel des Angriffs sei die nahe Basis der 111. Brigade gewesen, sagte Waziri - eine Militäreinheit neben der Akademie.

Es war der dritte Anschlag in Kabul innerhalb von gut einer Woche. Am Samstag kamen mehr als 100 Menschen ums Leben, als ein als Krankenwagen getarntes Fahrzeug im Stadtzentrum explodierte. Vor gut einer Woche waren bei einem Anschlag auf das Hotel Intercontinental mehr als 20 Menschen getötet worden. Zu beiden Taten bekannten sich die radikalislamischen Taliban.