Politik | Ausland
24.05.2018

Julia Skripal will „längerfristig“ nach Russland zurückkehren

Julia Skripal äußerte sich erstmals nach dem Gift-Anschlag auf sie und ihren Vater

Julia Skripal will trotz des Giftanschlags auf sie und ihren Vater nach eigenen Worten eines Tages in ihre Heimat zurückkehren. Erstmals sprach die Tochter des ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal über die verheerenden körperlichen und emotionalen Veränderungen, die sie durch den Anschlag erlitten hat. An einem geheimen Ort wurde über Polizeikontakte ein Treffen zwischen Skripal und der Nachrichtenagentur Reuters organisiert.

„Mein Leben wurde auf den Kopf gestellt“, sagte die 33-jährige. Anfang März war sie gemeinsam mit ihrem Vater bewusstlos auf einer Parkbank im englischen Salisbury gefunden worden, danach lag sie 20 Tage im Koma. In der Videonachricht beschrieb sie den Heilungsprozess als „extrem schmerzhaft“. Die Tatsache, dass für den Anschlag das Nervengift Nowitschok verwendet worden war, bezeichnete sie als schockierend. Nun wolle sie sich um ihren Vater Sergej kümmern. „Längerfristig hoffe ich, in mein Land zurückzukehren“, ergänzte sie.

Botschaft bot Hilfe an

Der russische Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow hat angesichts der Videobotschaft Skripals den Verdacht geäußert, diese könnte unter Zwang entstanden sein. „Wir haben von ihr nichts gesehen oder gehört“, sagte er. Die russische Botschaft habe Skripal mehrmals Unterstützung angeboten. Hilfsangebote der russischen Botschaft lehnte Skripal in der Videonachricht dankend ab. Sie bekräftigte, dass sie und ihr Vater für sich selbst sprechen.