Politik | Ausland 15.03.2012

Jordanischer Außenminister in Wien

© Bild: EPA

Die Beziehungen zum mächtigen Nachbarn Syrien sind zwiespältig. Auch in Jordanien selbst wird demonstriert.

Der jordanische Außenminister Nasser Jawdeh kommt am heutigen Donnerstag zu einem zweitägigen Besuch nach Wien.

Geplant sind ein Besuch bei Bundespräsident Heinz Fischer und Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (S) am Donnerstagnachmittag. Am Freitag trifft Jawdeh außerdem Außenminister Michael Spindelegger (V), im Anschluss daran ist auch eine Pressekonferenz geplant.

Jordanien ist ein Nachbarland Syriens, wo das Regime von Bashar al-Assad seit einem Jahr Proteste blutig niederschlagen lässt. Seit Beginn des Aufstands vor einem Jahr sind zudem über 7.000 Syrer nach Jordanien geflüchtet. Die Beziehungen zwischen Jordanien und seinem mächtigen Nachbarn ist seit Jahren zwiespältig. Die beiden Länder sind traditionell durch zahlreiche familiären Verbindungen eng verbunden, Syrien kontrolliert das Quellgebiet des für Jordanien wichtigen Flusses Jordan.

In ihrer internationalen Politik verfolgen die beiden Länder völlig gegensätzliche Richtungen, da Amman ein Verbündeter der USA ist und mit Israel im Gegensatz zu Damaskus einen Friedensvertrag unterzeichnet hat. Jordaniens König Abdullah II. forderte Syriens Machthaber Assad im November als erster arabischer Führer zum Rücktritt auf.

Wechselnde Regierungschefs

Auch in dem Haschemitischen Königreich Jordanien selbst ist es seit Februar vorigen Jahres immer wieder zu Demonstrationen für politische Reformen und gegen Korruption und verschiedentlich auch zu blutigen Zusammenstößen zwischen Regimegegnern und königstreuen Kräften gekommen. Schon zweimal tauschte der König den Regierungschef aus und versprach weitreichende Reformen. Der islamistischen Opposition gehen die versprochenen Reformen bisher nicht weit genug. Die stärkste Kraft der Opposition, die Muslimbrüder, setzen Abdullah auch außenpolitisch unter Druck, denn in der Nachbarschaft gewinnen die Islamisten an Einfluss.

In Konflikt zwischen Israel und den Palästinenser bemüht sich Jordanien die beiden wieder an den Verhandlungstisch zu bringen. Die im Jänner vermittelte Verhandlungen in der jordanischen Hauptstadt Amman endeten ergebnislos. Die USA, Europa und Israel drängen den König jedoch mit seinen Vermittlungsbemühungen nicht nachzulassen. Jordanien hat selbst einen großen palästinensischen Bevölkerungsanteil.

Erstellt am 15.03.2012