Politik | Ausland
22.01.2018

Italiens Premier sieht keine Chancen für Grillo-Partei

"Unmöglich, dass die Fünf Sterne-Bewegung das Land regiert", so Paolo Gentiloni.

Der italienische Premier Paolo Gentiloni schließt die Möglichkeit aus, dass die populistische Fünf Sterne-Bewegung nach den Parlamentswahlen am 4. März in Italien regieren könnte. Auch wenn die Gruppierung um den Starkomiker Beppe Grillo mit 30 Prozent der Stimmen als Italiens stärkste Einzelpartei abschneiden würde, wie aus Umfragen hervorgeht, werde sie das Land nicht regieren, so Gentiloni.

Eine Regierung unter der Leitung des Fünf Sterne-Spitzenkandidaten Luigi Di Maio sei unmöglich, argumentierte Gentiloni in einem Interview mit der römischen Tageszeitung "Il Foglio" (Montag). Auch im Ausland glaube niemand daran, dass die Fünf Sterne-Bewegung Italien regieren könne, so der Mitte-Links-Politiker.

Besorgnis über Lega

Der seit Dezember 2016 amtierende Gentiloni zeigte sich besorgt über die zunehmende Popularität der ausländerfeindlichen Lega im Rahmen der Mitte-rechts-Allianz um Ex-Premier Silvio Berlusconi. Bei den letzten Parlamentsahlen hatte die Lega acht Prozent der Stimmen erobert. Laut Umfragen sei die Lega derzeit mit rund 16 Prozent der Stimmen gleichstark mit Berlusconis rechtskonservativer Forza Italia. Mit diesen Machtverhältnissen werde Berlusconi den Populismus der Lega nur schwer eingrenzen können, meinte Gentiloni.

Der Regierungschef kandidiert für seine Demokratische Partei (PD) in seiner Heimatstadt Rom für einen Sitz in der Abgeordnetenkammer. Mehrere Regierungsmitglieder bewerben sich um Mandate bei den Parlamentswahlen.