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Italien: 2 Ex-Geheimdienstagenten wegen Russland-Spionage in Haft

Gegen fünf weitere Personen laufen die Ermittlungen.
Ein Mann im Anzug spricht bei einer Sitzung und gestikuliert mit der Hand, während eine Brille auf seinem Kopf sitzt.

Zusammenfassung

  • In Rom wurden zwei ehemalige italienische Geheimdienstagenten wegen mutmaßlicher Spionage für Russland festgenommen, gegen fünf weitere Personen wird ermittelt.
  • Ein 59-jähriger Ex-Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes soll gegen Bezahlung Informationen aus sechs Quellen, darunter vier aktive Militärangehörige, an einen mutmaßlichen russischen Geheimdienstkontakt mit diplomatischer Immunität weitergegeben haben.
  • Die Ermittlungen sehen darin einen Hinweis auf russische Einflussnahme gegen Italien; laut ANSA hatte einer der Verdächtigen auch eine NATO-Schule in Bayern und NATO-Übungen absolviert.

Im Zusammenhang mit mutmaßlicher Spionage für Russland sind in Rom zwei ehemalige Geheimdienstagenten festgenommen worden. Einer der Festgenommenen, ein 59-jähriger ehemaliger Mitarbeiter des italienischen Inlandsgeheimdienstes und früheres Mitglied der Carabinieri, wird der Spionage sowie des unbefugten Zugriffs auf IT-Systeme beschuldigt, teilten die Ermittler am Dienstag mit.

Der Verdächtige soll gegen Bezahlung einem mutmaßlichen Angehörigen des russischen Geheimdienstes Informationen beschafft haben. Der russische Kontakt verfüge in Italien über diplomatische Immunität. Den Ermittlungen zufolge soll der Beschuldigte Informationen aus insgesamt sechs Quellen erhalten haben, darunter vier aktive Angehörige der italienischen Streitkräfte. Diese zählen zu insgesamt fünf weiteren Personen, gegen die ebenfalls ermittelt wird.

Verteidigungsminister beklagt „hybriden Konflikt“ Russlands gegen Italien

Nach Informationen aus Ermittlerkreisen war die Inlandsnachrichtendienstbehörde AISI der mutmaßlichen Spionagetätigkeit bereits im vergangenen Jahr auf die Spur gekommen. Demnach sollen russische Geheimdienste einen weiteren ehemaligen italienischen Geheimdienstmitarbeiter angeworben haben, der gegen Bezahlung vertrauliche Informationen über die italienische Rüstungsindustrie beschafft haben soll.

Verteidigungsminister Guido Crosetto bezeichnete den Fall auf der Plattform X als Beleg für einen anhaltenden „hybriden Konflikt“ Russlands gegen Italien. Die Ermittlungen zeigten, dass Russland versuche, italienische Institutionen, Bündnisse und die nationale Sicherheit zu schwächen.

Ex-Agent besuchte auch NATO-Schule

Der italienischen Nachrichtenagentur ANSA zufolge absolvierte der verdächtige Ex-Geheimagent im Laufe seiner Karriere ebenfalls eine NATO-Schule in Bayern sowie spezielle NATO-Übungen im Ausland, die unter dem Namen „Unified Blade“ bekannt sind. Während seiner Tätigkeit in Italien und im Ausland hatte er sich intensiv mit den Vorgehensweisen der Spionage und der Spionageabwehr befasst.

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