Außenministerium will gegen russische Spionageanlage in Wien vorgehen

Verdächtige Spionage-Anlagen soll es auf dem Dach der russichen Diplomatensieldung in Wien-Donaustadt und auf der russischen Botschaft in der Wiener Reisnerstraße geben.
Symbolbild Satelliten-Anlage

Wien ist für russische Spionage-Aktivität wegen seiner geostrategisch günstigen Lage besonders wichtig. Weil viele EU-Länder seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine russisches technisches Botschaftspersonal ausgewiesen haben, wurde Wien noch zentraler. 

In Wien-Donaustadt soll es Russland mit der Installation seiner Spionage-Antennen auf der russischen Diplomatensiedlung nun aber übertrieben haben. Das österreichische Außenministerium will nun gegen diese vorgehen, wie das Ö1-Morgenjournal am Freitag berichtet. 

Mit den russischen Satelliten-Antennen sollen Daten, die von internationalen Organisationen versendet werden, abgefangen werden, heißt es in dem Bericht. Der Journalist Erich Möchel sagt gegenüber Ö1, dass diese Anlage in Wien-Donaustadt seit Beginn des russischen Angriffskrieges laufend ausgebaut worden sei. Er beobachte mit einer Gruppe Funkamateuren die Aktivitäten der Anlage seit Jahren. 

Zudem soll es auch auf der russischen Botschaft in der Wiener Reisnerstraße im dritten Bezirk "verdächtige Aufbauten" geben, die laut Möchel "eindeutige Spionageaktivitäten" hindeuten. 

Österreich wisse über die Spionage-Aktivitäten, die Anlage in Wien-Donaustadt werde explizit im Verfassungsschutzbericht erwähnt. Dadurch nehme Österreichs internationaler Ruf schaden, heißt es im Bericht. Das Außenministerium möchte gegen die Aktivität der Russen in Wien nun vorgehen, berichtet Ö1. In einem schriftlichen Statement des Außenministeriums gegenüber dem ORF-Radio heißt es: "Wir stehen mit der russischen Botschaft in intensivem Kontakt, zuletzt vergangene Woche. Können aber noch keine operativen Details nennen. Wir arbeiten gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden mit Nachdruck daran, den Antennenwald zu lichten".

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