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Trotz Trumps Warnung: Israel hat Ziele im Iran angegriffen

Israel hat Ziele im Westen und Zentrum des Irans angegriffen, wenige Stunden, nachdem der Iran wieder zahlreiche Raketen auf israelische Ziele abgefeuert hat.
A streak of light illuminates the sky during Missile attack from Iran towards Israel as seen from Ashkelon

Zusammenfassung

  • Israel greift militärische Ziele im Westen und Zentrum des Irans an, trotz Warnungen von US-Präsident Trump.
  • Die Angriffe folgen auf iranische Raketenangriffe als Vergeltung für israelische Attacken auf Beiruter Vororte und führen zu regionalen Luftraumsperrungen.
  • Der Iran und die Hisbollah begründen ihre Angriffe mit wiederholten Verstößen Israels gegen die Waffenruhe im Libanon, während Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran bisher erfolglos bleiben.

Der Iran und Israel haben sich das erste Mal seit der im April zwischen Teheran und Washington vereinbarten Waffenruhe gegenseitig angegriffen. Israels Luftwaffe habe Ziele im Westen und im Zentrum des Iran ins Visier genommen, teilte das israelische Militär in den frühen Morgenstunden des Montag auf der Plattform X mit. Wenige Stunden zuvor hatte der Iran Israel mit Raketen beschossen. Auch am Morgen feuerte das Land erneut Raketen auf Israel.

In vielen Orten im Zentrum und im Norden des Landes waren die Einwohner aufgerufen, sich in Schutzräume zu begeben. Inzwischen durften die Menschen diese wieder verlassen. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht.

Berichte über Explosionen in Teheran

Der iranische Staatssender Irib und die Nachrichtenagentur IRNA berichteten unterdessen, dass in der Hauptstadt Teheran Explosionen zu hören gewesen seien. Wohngebiete innerhalb der Stadt wurden demnach nicht getroffen. Der Angriff folgte auf iranische Raketenangriffe auf Israel am Abend zuvor.

Iran feuert Raketen auf Israel

Am späten Sonntagabend hatten Staatsmedien der Islamischen Republik mehrere Raketensalven auf Israel gemeldet. Das zentrale Militärkommando des Iran bestätigte die Raketenangriffe. In einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung begründeten die Streitkräfte die Attacke mit „wiederholten Verstößen“ der israelischen Armee gegen die Waffenruhe im Libanon. Die iranischen Streitkräfte zielten eigenen Angaben unter anderem auf den israelischen Luftwaffenstützpunkt Ramat David.

Laut dem israelischen Militär wurden alle Raketen der ersten Wellen abgefangen.

Nach israelischen Angriffen in der Nacht haben Flughäfen in Teheran bis auf weiteres den Betrieb eingestellt. Flüge von den Flughäfen Imam Khomeini International und Mehrabad seien derzeit eingestellt, berichtete die Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf eine offizielle Stellungnahme. Auch seien Flüge an allen Flughäfen im Westen des Landes eingestellt, hieß es weiter.

Zudem sei in der westiranischen Stadt Kermanshah die Flugabwehr aktiv, um feindliche Geschosse abzufangen, hieß es in einem Bericht der Agentur Mehr. Der Flughafen der Stadt stelle ebenfalls seinen Betrieb bis auf weiteres ein, hieß es in einem zusätzlichen Bericht der Agentur.

Bei Angriffen auf Ziele in Tabriz im Norden des Landes habe es keine Toten oder Verletzten gegeben, berichtete IRNA. Unabhängig überprüfen lassen sich die Berichte nicht.

Neuer Raketenbeschuss am Morgen

In mehreren Gegenden Israels heulten nach neuem iranischem Raketenbeschuss am Montag in der Früh die Warnsirenen. Unter anderem im Zentrum und im Süden des Landes gab es Raketenalarm. Etliche Menschen mussten erneut Schutz in Bunkern vor dem Angriff suchen. Zuvor hatten sie eine Warnung per Handy erhalten. „Die Verteidigungssysteme sind im Einsatz, um die Bedrohung abzufangen“, teilte das israelische Militär mit.

Israelischen Berichten zufolge wurden bei einem iranischen Raketenangriff am Morgen mehrere Häuser in einer israelischen Siedlung im besetzten Westjordanland beschädigt. Nach Angaben des israelischen Militärs ist auch eine Rakete aus dem Jemen in Richtung Israel abgefeuert worden. Im Jemen operiert die vom Iran unterstützte militant-islamistische Houthi-Miliz.

Israels Armee greift petrochemische Anlage im Iran an

Das israelische Militär griff nach eigenen Angaben im Südwesten Irans, in der Hafenstadt Mahshahr, eine Anlage der petrochemischen Industrie an. Fars, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht, berichtete unter Berufung auf einen stellvertretenden Gouverneur der iranischen Provinz Khuzestan, dass Teile der Anlage bei dem Luftangriff beschädigt worden seien. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Netanjahu setzt sich über Trump hinweg

US-Präsident Donald Trump telefonierte in der Nacht auf Montag mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Medien berichteten, dass Trump Netanyahu dazu aufforderte, auf Gegenangriffe gegen Teheran zu verzichten. An den Iran appellierte er laut dem US-Sender Fox News, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und ein Abkommen zu schließen.

Gegenüber der Financial Times hatte sich Trump zuversichtlich geäußert, dass es trotz der jüngsten Eskalation ein Abkommen geben wird. „Das wird keinerlei Auswirkungen auf das Abkommen haben“, sagte Trump in einem Telefoninterview der Zeitung.

Zudem werde Netanyahu keine andere Wahl haben, als ein Abkommen zu akzeptieren, das die USA mit dem Iran aushandelten. „Ich habe das alleinige Sagen. Er hat nicht das Sagen“, meinte der US-Präsident demnach mit Bezug auf den israelischen Präsidenten.

Angriffe im Libanon

Israel hatte am Sonntag in Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen - trotz einer Waffenruhe im Libanon, die unter Vermittlung von den USA zustande gekommen war. Die Armee habe in Beirut „Terroristen-Hauptquartiere“ als Reaktion auf vorherigen Beschuss Israels durch die Hisbollah angegriffen, teilten Netanyahu und sein Verteidigungsminister Israel Katz mit.

Die Hisbollah ist der wichtigste nicht staatliche Verbündete des Iran. Teheran hatte zuvor gewarnt, dass weitere israelische Angriffe auf den Großraum Beirut als neuer Eskalationsschritt in der regionalen Konfrontation gewertet würden.

Längere Verhandlungen brachten keinen Durchbruch

Am 28. Februar hatten Israel und die USA ihren Krieg gegen den Iran begonnen. Zuletzt hatte der Iran in der Nacht auf den 8. April Raketen auf Israel abgefeuert. Am selben Tag einigten sich die USA und der Iran auf eine zunächst zweiwöchige Waffenruhe, die anschließend verlängert wurde. Trump knüpfte diese auch an die Öffnung der Straße von Hormuz. Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine dauerhafte Beendigung des Kriegs haben aber bisher keine Einigung gebracht.

Auch nach Beginn einer Seeblockade vonseiten der USA in der Straße von Hormuz hatte es bereits Warnungen vor einer Wiederaufnahme der iranischen Angriffe auf Israel gegeben. Seit Kriegsbeginn Ende Februar mit US-israelischen Angriffen auf den Iran hatte dieser die weltweit für den Öltransport wichtige Meerenge vor seiner Küste blockiert. Die Durchfahrt von Tankern kam quasi zum Erliegen. In der Folge stiegen die Energiepreise weltweit deutlich an - was auch Trump innenpolitisch unter Druck setzte.

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