Profitiert von den Folgen der Paris-Anschläge: Marine Le Pen (FN) .

© APA/AFP/PHILIPPE HUGUEN

Frankreich
12/05/2015

Terror beschert Front National Rückenwind

Regionalwahl: Ruckartiger Anstieg des Zuspruchs für Nationalisten nach den Paris-Anschlägen.

von Danny Leder

Die Anschläge vom 13. November werden morgen, Sonntag, in Frankreich politisch zu Buche schlagen. Laut Umfrage könnte der "Front National" (FN) in sechs von dreizehn Regionen Kontinental-Frankreichs als relativ stärkste Partei abschneiden und im zweiten Wahlgang, eine Woche später, in zwei Regionen die für eine Regionalregierung erforderliche Mehrheit erringen.

Eine von der Zeitung Le Monde in Auftrag gegebene Studie lässt keinen Zweifel daran, dass die Gemetzel in Paris den Ausschlag für den jüngsten, ruckartigen Anstieg des FN in der Wählergunst von einem bereits zuvor sehr hohen Niveau ausgelöst haben.

Mehr Wut als Angst

Demnach empfinden 81 Prozent der Befragten "Wut", 75 Prozent "Sorge", 63 Prozent "Verbitterung" und 51 Prozent "Hass". Dieses Gefühl liegt damit noch vor der "Angst", die von 50 Prozent der Befragten empfunden wird.

Jene Wähler, die sich als besonders "wütend" bezeichnen, lassen sich der Studie zufolge besser mobilisieren. Jene, die vorwiegend "besorgt" sind und in ihren bisherigen Ansichten "emotional erschüttert" wurden, zeigen sich demnach unentschlossen. Beides begünstigt die Wählerverschiebung nach rechts.

Die große Zahl der Wähler, die primär "Wut" und "Hass" äußern, verlangen eine "sehr starke Vorgangsweise der öffentlichen Hand in Sachen Sicherheit und Ordnung", wie die Studie konstatiert. Und in diesen Belangen wird dem FN "große Glaubwürdigkeit" beigemessen.

Das bedeutet auch, dass der harte Kurs, der vom sozialistischen Staatschef Francois Hollande gesteuert wird, politisch kaum zugunsten seiner Partei zu Buche schlägt. Umfragen erbrachten zwar nach seinen Kampfansagen gegen die Terroristen einen blitzartigen Popularitätsanstieg für Hollande. Doch das war auch schon nach den Anschlägen im Jänner auf die Redaktion des Magazins Charlie Hebdo und einen jüdischen Supermarkt der Fall, hielt aber nicht an.

Die Maßnahmen des Staatschefs, darunter die Bombardierung des "Islamischen Staats" in Syrien, die Ausrufung des Notstands und Massenfestnahmen unter Islamisten in Frankreich werden zwar von einer Mehrheit begrüßt, aber den Sozialisten nicht zugutegehalten. Stattdessen sorgen einige dieser Ankündigungen für Unbehagen und Wahl-Unlust im linken Wählerkern.

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