Die Luftangriffe auf Kobane werden fortgesetzt.

© APA/EPA/ERDEM SAHIN

Terror in Syrien
10/28/2014

IS-Video: Geisel muss Siegesmeldung verkünden

Propagandavideo: Die Dschihadisten weisen Meldungen über Rückschläge in der syrischen Stadt Kobane zurück.

In der syrischen Grenzstadt Kobane wird seit Wochen gekämpft. Abwechselnd gibt es Erfolgsmeldungen der Kurden und Berichte über den neuerlichen Vormarsch des IS. Die Lage ist dementsprechend unübersichtlich: Mit der Veröffentlichung von Videoaufnahmen ihrer britischen Geisel John Cantlie hat die Dschihadistenbewegung "Islamischer Staat" (IS) jetzt ihren Anspruch auf die syrische Stadt Kobane bekräftigt. Das am Montag im Internet veröffentlichte Video zeigt den 43-Jährigen mutmaßlich in der umkämpften Kurdenstadt. In dem Video weist er Angaben über Rückschläge für die Miliz zurück. Es wirkt zynisch, der Journalist muss im Video wie ein Reporter über Kobane berichten.

Cantlie spricht in dem Video vor dem Hintergrund einer von Kämpfen zerstörten Stadt in die Kamera und weist Angaben zurück, wonach der Vormarsch der IS-Kämpfer abgemildert worden sei. Anderslautende Meldungen seiennd emnach Propaganga des Westens. Der IS kontrolliere vielmehr den Osten und den Süden der Stadt und der Sieg der Kämpfer über Kobane sei nur eine "Frage der Zeit", sagt Cantlie.

In dem Video fehlte jeder Hinweis darauf, wann es aufgenommen wurde, Cantlie bezieht sich darin aber auf einen BBC-Bericht sowie auf Aussagen des Pentagons von Mitte Oktober. Die Aufnahmen der Stadt, darunter auch Luftaufnahmen, die angeblich von einer "Drohne der Armee des Islamischen Staates" gemacht wurden, stimmen mit Satellitenbildern von Kobane aus der Zeit vor dem Konflikt überein.

Internet im Visier

Der IS ist im Internet vor allem in sozialen Netzwerken aktiv, um Sympathisanten anzusprechen. Die radikalsunnitische Organisation veröffentlicht im Internet auch immer wieder Videos von brutalen Hinrichtungen Andersgläubiger und westlicher Geiseln, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Auch für angebliche militärische Erfolge nutzt der IS das Netz, wie auch im Fall Cantlies.

Die Teilnehmer einer Konferenz der Militärkoalition gegen den IS vereinbarten deshalb am Montag, sich künftig stärker auf das Internet zu konzentrieren. Der IS führe mit seiner dort verbreiteten Propaganda einen "grausamen Krieg" mit dem Ziel, "Unschuldige zu rekrutieren", sagte der zuständige US-Koordinator John Allen in Kuwait-Stadt. Der IS werde "erst dann wirklich besiegt sein, wenn wir seinen Botschaften an die verwundbaren Jugendlichen die Legitimität absprechen", sagte der frühere General.

Der US-Vertreter Rick Stengel brachte neben der Militärkoalition die Bildung einer weiteren Allianz ins Spiel, die sich ausschließlich mit dem Propaganda-Thema beschäftigen soll. An dem Treffen nahmen neben den USA Vertreter aus Bahrain, Ägypten, Irak, Jordanien, Libanon, Oman, Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie aus Großbritannien und Frankreich teil.

Warum Kobane so wichtig ist

Kobane gilt als Symbolkampf der Dschihadisten, weil sie mit der Einnahme der Kurdenstadt auch einen Teil der Grenze zur Türkei kontrollieren würden. Die US-geführte Militärallianz flog am Sonntag und Montag erneut mindestens vier Angriffe auf IS-Stellungen nahe Kobane. Das Pentagon veröffentlichte zudem aktuelle Zahlen, wonach der Einsatz gegen den IS im Irak und in Syrien täglich 8,3 Millionen Dollar (6,5 Millionen Euro) kostet.

Offensive auf Idlib

Unterdessen starteten Kämpfer der islamistischen Al-Nusra-Front, die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündet ist, in der Nacht zum Dienstag eine Offensive auf die Stadt Idlib im Nordwesten von Syrien. Das Gebiet steht unter der Kontrolle der Truppen der syrischen Regierung. Im Irak wurden nach Angaben der Behörden bei zwei Anschlägen im Großraum Bagdad mindestens 22 Menschen getötet.

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