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IS-Terror
08/24/2014

Foley-Mörder vom Geheimdienst identifiziert

Medienberichten zufolge soll es sich beim IS-Dschihadisten um einen britischen Rapper handeln.

Der IS-Dschihadist, der den US-Reporter James Foley am vergangen Dienstag vor laufender Kamera getötet hatte, konnte nach Angaben britischer Medien von den Geheimdienststellen MI5 und MI6 identifiziert werden. Nach Angaben der Sunday Times, die sich auf hohe Regierungsquellen beruft, verdichten sich die Beweise, dass es sich um den Rapper Abdel-Majed Abdel Bary handelt.

Aufmerksam auf den 24-Jährigen wurde der Geheimdienst, als der Rapper ein Foto von sich mit einem abgetrennten Kopf twitterte, so die Sunday Times. Während eine offizielle Bestätigung der Regierung bislang ausblieb, versuchen britische Medien die Biografie von Abdel-Majed Abdel Bary zu durchleuchten. Der Independent berichtet, dass der ehemalige Rapper im letzten Jahr nach Syrien gereist sei. Wo er sich genau befindet, ist aber unklar.

Die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) hatte Foley als Rache für US-Luftangriffe im Nordirak enthauptet und dazu ein Propagandavideo veröffentlicht. Der US-Journalist war im November 2012 in Syrien verschwunden.

Kämpfe am syrischen Flughafen

Nach tagelangen heftigen Kämpfen hat die Terrorgruppe im Osten Syriens Teile eines strategisch wichtigen Militärflughafens eingenommen. Das berichtete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag. Die Kämpfe um den Flughafen Tabqa gingen allerdings weiter. Syrische Kampfflugzeuge bombardierten die Extremisten.

Bei den blutigen Kämpfen seien in den vergangenen Tagen mindestens 100 IS-Kämpfer ums Leben gekommen, heißt es. Der Flughafen ist die letzte Bastion der Regimes von Präsident Bashar al-Assad in der ostsyrischen Provinz Al-Rakka. Noch am Freitag waren dorthin Verstärkungen entsandt worden. Westlich des Militärflughafens zogen sich indes am Sonntag die Regimetruppen aus der Umgebung von Homs nach Osten zurück, nachdem sie unter Beschuss der IS geraten waren.

Armee wehrte Angriff auf Raffinerie ab

Unterdessen hat die irakische Armee nach eigenen Angaben einen Angriff der Terrorgruppe IS auf die Erdölraffinerie Baiji nördlich von Bagdad abgewehrt. Rund 30 Extremisten seien bei den Kämpfen ums Leben gekommen, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte am Sonntag. Angaben zu Verlusten der irakischen Armee gab es nicht.

Mehrere Selbstmordattentäter hätten den Eingang der Raffinerie attackiert, hieß es weiter. Die irakische Armee erhielt demnach Unterstützung von Kampfflugzeugen. In Baidschi rund 200 Kilometer nördlich von Bagdad liegt eine der größten Erdölraffinerien des Iraks. Die Terrorgruppe versucht seit Wochen, das Gelände einzunehmen.

Deutscher aus Geiselhaft freigekommen

Einem Medienbericht zufolge ist ein ein 27-jähriger Deutscher nach rund einem Jahr aus der Geiselhaft in Syrien der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) freigekommen. Der Mann aus Brandenburg soll im Juni für eine "substanzielle Gegenleistung" freigelassen worden sein, wie die Welt am Sonntag unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete.

Das deutsche Bundeskriminalamt, der Krisenstab des Auswärtigen Amtes und der Bundesnachrichtendienst (BND) seien mehrere Monate mit dem Fall betraut gewesen. Das Auswärtige Amt wollte dies weder bestätigen noch dementieren. "Wir sagen dazu nichts", teilte eine Sprecherin am Sonntag mit.

Merkel schließt deutsche Kampftruppen aus

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Entsendung von deutschen Kampftruppen in den Nordirak ausgeschlossen. Keine konkreten Pläne gebe es derzeit auch dafür, Ausbilder in das Krisengebiet zu schicken, sagte Merkel am Sonntag der ARD. Auch Waffen für die in Deutschland als terroristisch eingestufte kurdische Arbeiterpartei PKK werde es nicht geben.

"Die PKK kommt nicht infrage als Empfänger von Waffenlieferungen", sagte die Kanzlerin. Merkel nannte die Grundsatzentscheidung, militärisches Gerät in den Nordirak zu schicken, einen "bemerkenswerten Schritt". Sie erinnerte aber daran, dass es in der Vergangenheit bereits ähnliche Entscheidungen gegeben habe, etwa beim NATO-Einsatz in Jugoslawien in den 1990er Jahren oder beim Kampfeinsatz in Afghanistan nach dem 11. September 2001.

Waffenlieferung: Gefährdung für Deutschland

Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière (CDU) schließt nicht aus, dass die Entscheidung der Bundesregierung zur Waffenlieferung an die Kurden im Nordirak zu einer erhöhten Gefährdung für Deutschland führen könnte. "Ich kann eine erhöhte Gefährdung für unser Land und seine Bürger nicht endgültig ausschließen", sagte de Maizière der Zeitung Bild am Sonntag.

Er warnte davor, sich davon beeindrucken zu lassen: "Diese Frage kann und darf nicht zum Maßstab unseres außenpolitischen Handelns werden." Weiter sagte der Innenminister: "Wir sind Teil des Westens, und das wissen die Terroristen. Ich bin stolz darauf, dass Deutschland immer Partei für die Freiheit ergreift und ein Land ist, das Terroristen hassen." In den Dschihadisten, die aus den Bürgerkriegen in Syrien und dem Irak nach Deutschland zurückkehren, sieht de Maizière ein erhebliches Risiko für die innere Sicherheit. "Diese Männer haben gelernt zu töten und zu hassen. Sie stellen eine Gefahr für unser Land dar", sagte der Innenminister der Zeitung.

"Aus Deutschland sind rund 400 Personen in Richtung Syrien ausgereist, von denen nach unseren Erkenntnissen um die 100 nach Deutschland zurückgekehrt sind." Allerdings seien davon nicht alle als potenzielle Selbstmordattentäter oder Terroristen einzustufen.

Sondersitzung über Waffenlieferung an Kurden

Angesichts der Gräueltaten der im Nordirak vorrückenden Milizen der Dschihadistenorganisation IS hatte die deutsche Bundesregierung Mitte der Woche die Grundsatzentscheidung getroffen, die Kurden in der Region im Kampf gegen den IS mit Waffenlieferungen zu unterstützen. Der Bundestag soll am 1. September in einer Sondersitzung über die Waffenlieferungen debattieren.

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