Bericht: Trump will Iran-Krieg noch weiter eskalieren
Der Dieselpreis in Österreich kratzt bereits wieder an der magischen Zwei-Euro-Grenze. Und das hat einen Grund: Die neuerliche Eskalation im amerikanisch-iranischen Krieg. Die Straße von Hormus, durch die vor dem Waffengang 20 Prozent des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels abgewickelt wurden, ist de facto seit Tagen geschlossen. Und das soll sie – geht es nach dem Willen von Teheran – auch weiterhin bleiben. „Kein Tropfen Öl und (Flüssig-)Gas“ solle die Meerenge passieren, solange die US-Aggression in der Region anhalte.
Nadelöhr der Weltwirtschaft
Tatsächlich ist dieses Nadelöhr der Weltwirtschaft blockiert (wie auch Livebilder belegen). Doch US-Präsident Donald Trump sieht das wieder einmal gänzlich anders: „Wir kontrollieren die Meerenge, sie (die Iraner; Anm.) kontrollieren gar nichts“, meinte er trotzig. Und die amerikanischen Angriffe, die auf Montag die neunte Nacht in Folge stattfanden, kommentierte Trump nach dem Fußball-WM-Finale mit den Worten: „Wir habe sie wieder sehr hart getroffen, militärisch haben sie fast alles verloren.“
Haben sie hart getroffen, sagte US-Präsident Trump zu den neuen nächtlichen Angriffen auf den Iran
Laut Angaben des US-Regionalkommandos CENTCOM wurden iranische Anlagen zur Flugabwehr und Küstenüberwachung, Raketen- und Drohnenabschussrampen sowie Kommunikationsnetzwerke ins Visier genommen. Der US-Präsident bezeichnete die jüngste Angriffswelle als Vergeltung für den Tod zweier US-Soldaten am vergangenen Freitag, womit sich die amerikanische Opferbilanz seit Beginn des neuen Irankriegs Ende Februar auf 17 erhöhte.
US-Attacke auf ein unbekanntes Ziel im Iran
Die mächtigen Revolutionsgarden in Teheran ihrerseits reagierten ebenfalls mit Attacken – und zwar auf US-Basen in der Region. Kuwait wurde abermals ins Visier genommen, davor schon war Jordanien ins Fadenkreuz des Mullah-Regimes geraten. Auch in Bahrain heulten am Montag wieder die Sirenen. Die US-Botschaft in der Hauptstadt Manama forderte alle Amerikaner im Land zu erhöhter Achtsamkeit auf, es gebe Hinweise auf iranische Angriffe auf das Zentrum der Kapitale. Zudem hieß es aus Teheran, dass zwei Öltanker in der Straße von Hormus gesprengt worden seien, die Schiffe seien manövrierunfähig. Britische Quellen bestätigten, dass zumindest ein Kahn in Flammen gestanden sei.
Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Golfstaaten
Ausweitung der Kampfzone
Wie es nun weitergeht? Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ (WSJ) tendiert Donald Trump dazu, die Einsätze gegen den Iran noch auszuweiten. Optionen seien demnach verstärkte Luftangriffe, gezielte Attacken auf mutmaßliche Areale iranischer Atomanlagen und sogar Bodentruppen zur Besetzung iranische Inseln nahe der Straße von Hormus, um diese dann tatsächlich länger zu kontrollieren – was Militärexperten allerdings als höchst komplex, verlustreich und langwierig einstufen.
Zu diesem Zweck, heißt es im WSJ weiter, würden die USA Kampfflugzeuge des Typs F-16 aus Deutschland in den Nahen Osten verlegen, F-35-Jets aus Großbritannien ebenso. Auch Tankflugzeuge befänden sich schon auf dem Weg in die Krisenregion, meldet die „New York Times“. Eine totale Ausweitung des Krieges aber werde primär durch die schwindenden Waffenvorräte der USA verhindert, auch das Weiße Haus sei sich dieser Tatsache bewusst, zitiert die „Washington Post“ einen US-Beamten. Wohl mit ein Grund, weshalb sich US-Außenminister Marco Rubio bei all dem sonstigen martialischen Gehabe neuerlich für eine Verhandlungslösung aussprach: „Wir sind stets offen für Diplomatie“, aber es müsse eine Vereinbarung sein, die Teheran auch einhält.
Diplomatische Lösung? US-Außenminister Marco Rubio
Bis es so weit ist, sprechen die Waffen am Golf – und der Ölpreis steigt. Zuletzt knackte Öl der Sorte Brent die 90-Dollar-Marke (pro Fass zu je 159 Litern), womit sich das Schmiermittel der Weltwirtschaft allein in diesem Monat um fast 30 Prozent verteuerte.
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