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Straße von Hormus: Iran könnte Millionen einnehmen - pro Tag

Der Iran und der Oman sollen sich auf eine Route durch die Straße von Hormus geeinigt haben. Der Iran will hohe Gebühren für die Durchfahrt verlangen.
Vessels in the Strait of Hormuz, as seen from Musandam

Zusammenfassung

  • Iran und Oman stehen laut Teheran kurz vor einer Einigung auf eine neue Schifffahrtsroute durch die blockierte Straße von Hormus.
  • Geplante Durchfahrtsgebühren von fünf bis sieben Prozent des Frachtwerts könnten dem Iran täglich Millionen einbringen und seine strategische Position stärken.
  • Die mögliche Einigung gilt als Zeichen einer geschwächten US-Position, während Trump zugleich weiter auf ein Abkommen mit dem Iran drängt.

Die an die Straße von Hormus grenzenden Golfstaaten Iran und Oman stehen nach Angaben aus Teheran kurz vor einer Einigung auf eine neue Schifffahrtsroute durch die blockierte Meerenge. Die beiden Länder hätten sich auf geografische Koordinaten für die Passage geeinigt, zitierte die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna Außenamtssprecher Ismail Baghai. Eine gemeinsame Erklärung sei so gut wie fertig, allerdings dürfe keine externe Partei mehr in den Prozess eingreifen.

Seitens des Oman gab es zunächst keine öffentliche Stellungnahme zu der angeblich bevorstehenden Einigung. Die USA sollen nicht daran beteiligt gewesen sein.

Iran würde jeden Tag Millionen einnehmen

Das geplante Abkommen dürfte Insidern zufolge den Iran wirtschaftlich und politisch stärken. Der Iran will hohe Gebühren von Schiffen zu fordern, die durch die Straße von Hormus in den Persischen Golf einlaufen, sagten ein Insider aus dem Iran und zwei Regierungsvertreter aus der Region gegenüber Reuters. Gebühren in Höhe von fünf bis sieben Prozent des Frachtwerts der Schiffen stehen im Raum. Das könnte dem Iran viele Millionen Dollar einbringen - pro Tag. Der Oman strebt Gebühren von etwa drei Prozent an.

Vor Ausbruch des Krieges Ende Februar konnten Schiffe ungehindert durch die Meerenge fahren, die zwischen dem Iran und Oman liegt. Jegliche Zugeständnisse, die dem Iran eine weitreichende Kontrolle über die dortige Schifffahrt gewähren würden, wären ein strategischer Gewinn für Teheran.

Baghai sagte weiter, die Einigung allein könne keine sichere Schifffahrt durch die Meerenge garantieren. Die Sicherheitslage hänge weiterhin mit der anhaltenden US-Blockade sowie anderen aggressiven und bedrohlichen Maßnahmen gegen den Iran zusammen.

Geschwächte Position der USA

US-Präsident Donald Trump hatte wiederholt erklärt, es werde keine Gebühren für die Durchfahrt geben. Trump hatte kurzzeitig aber auch erklärt, die USA selbst würden Gebühren erheben.

Viele Beobachter sehen die USA inzwischen aber in einer schwachen Position, in der sie dem Iran keinen Frieden zu ihren Bedingungen diktieren können. Ein Abkommen, das dem Iran die Kontrolle über den Zugang zur Meerenge einräumt, würde bedeuten, dass der von den USA und Israel begonnene Krieg gegen den Iran zu einer erheblichen Verschiebung des regionalen Machtgleichgewichts zugunsten Teherans führt. 

Trump: „Will keine Menschen töten“

US-Präsident Donald Trump hat sich erneut für ein Abkommen mit dem Iran ausgesprochen. „Ich würde lieber einen Deal schließen, weil ich keine Menschen töten will. Ich will keine Menschen töten“, sagte der Republikaner in einer Rede vor Anhängern in Las Vegas.

Der US-Präsident hatte davor Hoffnungen geweckt, dass die Straße von Hormus bald geöffnet werden könnte. Vizepräsident JD Vance sagte in einem Fox-News-Interview, dass die Entwicklung in eine Richtung gehen werde, die gut für die USA sei. Man werde alle Werkzeuge nutzen, die zur Verfügung stünden - militärische, wirtschaftliche und diplomatische. Einen zeitlichen Ausblick gab er nicht.

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