Was hinter Trumps dauerhaftem Zickzack-Kurs im Iran steckt
38 Mal, mindestens – so oft hat laut einer Zählung des US-TV-Senders „CNN“ Donald Trump davon gesprochen, dass ein Abkommen mit dem Iran quasi fertig sei. Zuletzt am Sonntag, als der amerikanische Präsident einen Deal in „Umrissen“ zu erkennen glaubte, am Montag sollten neue Verhandlungen starten. Allein – Teheran wusste davon zunächst nichts, es gebe weder eine Übereinkunft, ja nicht einmal Gespräche.
Auch dass der Iran das Weiße Haus gebeten habe, keine weiteren Angriffe mehr zu starten, dementierten Vertreter des Mullah-Regimes. Trump hatte dies zuvor behauptet und als Grundlage dafür herangezogen auf die heftigsten Attacken des US-Militärs seit „dem Zweiten Weltkrieg“ zu verzichten.
Beobachter sehen hinter den permanenten Kehrtwendungen des US-Präsidenten mehrere Gründe. Zum einen ist der Waffengang gegen den Iran, der mit kurzen Unterbrechungen bereits in den sechsten Montag geht, in den USA höchst unbeliebt, selbst in der eigenen „Make-Amerika-Great-Again“-Bewegung. Und die Republikaner haben Anfang November die so wichtigen Teil-Wahlen für den US-Kongress zu schlagen, in denen die massive Teuerung im Gefolge des Krieges Trumps Kandidaten angerechnet werden könnte.
Zum anderen ist Trump offenbar hin- und hergerissen zwischen zwei Lagern in seiner unmittelbaren Umgebung. Da sind die Falken um Kriegsminister Pete Hegseth, der den Iran als uralte Kulturnation am liebsten in die Steinzeit bomben möchte. Und auf der anderen Seite die Tauben um Vize-Präsident JD Vance sowie Generalstabschefs Dan Caine, die auf der Bremse stehen.
Wie es nun weitergeht? Eigentlich sollte seit dem so genannten Rahmenabkommen von Mitte Juni zwischen den USA und dem Iran, das zunächst zu einer Einstellung der wechselseitigen Angriffe führte, binnen 60 Tagen ein umfassender Deal ausgearbeitet werden. Dieser sollte unter anderem das iranische Atom- und das Raketenprogramm umfassen. Und natürlich eine Öffnung der für den maritimen Öl- und Flüssiggas-Transport so wichtigen Straße von Hormus. Denn diese ist für Tanker de facto nach wie vor unpassierbar.
Ringen um eine Öffnung der Straße von Hormus
Doch auch in dieser Frage machte Teheran bereits klar, dass es eine Rückkehr zum Status vor dem Krieg nicht mehr geben werden – als die Meerenge ohne irgendwelche Restriktionen zu befahren war. Man sei, so hieß es am Montag von der iranischen Führung, mit dem Oman (dem zweiten Land an der Straße von Hormus) in finalen Gesprächen bezüglich der Verwaltung der Meerenge und eines gemeinsamen Schifffahrtkorridors.
Durch die Schließung dieses Nadelöhrs der Weltwirtschaft war es zu einem dramatischen Anstieg des Ölpreises gekommen, der zeitweise fast 120 US-Dollar pro Fass (zu je 159 Litern) erreichte. Nachdem Trump jetzt neuerliche Attacken auf den Iran abgesagt hatte, sackte der Preis aber binnen eines Tages um mehr als sieben Prozent auf 83 US-Dollar ab.
Hacker-Angriff auf US-Infrastruktur
Während der US-Präsident also nach einer Exit-Strategie im Iran-Krieg sucht, erreicht dieser die Heimatfront. Berichten zu Folge kam es in mehreren US-Bundesstaaten zu Hacker-Angriffen auf Wasserversorgungseinrichtungen, hinter denen der Iran stehen soll. Bereits Anfang April hatte die US-Behörde für IT-Sicherheit Alarm geschlagen: „Mit dem Iran verbundene Cyberakteure“ hätten es auf die kritische Infrastruktur in den USA abgesehen“, berichtet der "Spiegel".
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