Die Lage im Iran-Krieg bleibt unübersichtlich. Wir versuchen täglich, Ihnen die wichtigsten Ereignisse der vergangenen 24 Stunden auf einen Blick zusammenzufassen.
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Iran-Krieg, Tag 28: Trump verlängert Ultimatum, Irans Marine-Kommandant ist tot
Die Lage im Iran-Krieg bleibt unübersichtlich. Wir versuchen täglich, Ihnen die wichtigsten Ereignisse der vergangenen 24 Stunden auf einen Blick zusammenzufassen.
© EPA/WILL OLIVER / POOL
Seit 28. Februar tobt ein neuer Krieg im Nahen Osten. Israel und die USA setzen ihre Luftangriffe gegen den Iran unentwegt fort, der reagiert mit großflächigen Drohnen- und Raketenangriffen auf fast alle Staaten der Region. Dieses Briefing bietet einen Überblick über die wichtigsten Geschehnisse der letzten 24 Stunden in betroffenen Ländern.
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Iran
- Trump verlängert sein Ultimatum. Der US-Präsident hat sein Ultimatum an den Iran erneut verlängert. Das Regime in Teheran hatte zuletzt bis Samstagnacht, 01.44 Uhr, Zeit, die Straße von Hormus freizugeben - ansonsten würden die USA die iranische Infrastruktur großflächig bombardieren. Die neue Frist läuft am 7. April europäischer Zeit aus. Als Grund nannte Trump die "sehr guten" Gespräche, die er mit iranischen Vertretern führe.
- Angriffe auf Raketen-Fabriken. Israels Armee hat in der Nacht auf Freitag etliche Raketen-Produktionsstätten im Iran angegriffen. Schon am Donnerstag hatte das US-Zentralkommando CENTCOM erklärt, die Produktionskapazitäten des Iran für Raketen und Drohnen seien um 60 Prozent reduziert wurden.
- Weitere getötete Führungsfiguren. Israel gab am Donnerstagabend die Tötung des Marinekommandanten der iranischen Revolutionsgarden, Aliresa Tansiri, bekannt. Das Militär werde weitere wichtige Führungsfiguren des iranischen Regimes ins Visier nehmen, kündigte ein Armeesprecher an.
- Mautgebühren für Hormus-Passage. Laut Donald Trump verlange der Iran eine Maut von vielen internationalen Tankern, damit diese eine Erlaubnis erhalten, die Straße von Hormus zu befahren. Dabei müssen Schiffe Unterlagen vorlegen und eine von den Revolutionsgarden begleitete Durchfahrt akzeptieren, heißt es. Medienberichten zufolge bezahlten mindestens zwei Schiffe bereits eine Gebühr in Höhe von ca. zwei Mio. Dollar - in chinesischen Yuan.
- Warum das wichtig ist: Der Iran betont neuerdings, dass alle "nicht-feindlichen" Schiffe die Straße von Hormus durchfahren dürfen - offenbar im Gegenzug für die Bezahlung der Maut. In dem Forderungskatalog, den das Regime an die US-Regierung übermittelt hat, ist von einem dauerhaften Mautsystem die Rede. Ob die USA diesem zustimmen, ist völlig offen.
Libanon
- Angriffe ohne Vorwarnung. Israel griff am Freitag erneut südliche Stadtteile der libanesischen Hauptstadt Beirut an. Diese sollen bekanntlich von der Terrormiliz Hisbollah kontrolliert werden, die mit dem Iran verbündet ist. Anders als bisher üblich hatte die israelische Armee jedoch vorab keine Warnung ausgesprochen. Noch ist unklar, ob es Opfer gab.
- Bomben im Süden. Auch im Südlibanon schlug Israel erneut aus der Luft zu, hierbei warnte der arabischstämmige Armeesprecher Avichay Adraee die libanesische Bevölkerung jedoch vorab. Er rief die Menschen auf, nach Norden über den Fluss Zahrani zu fliehen.
- Warum das wichtig ist: Durch den israelischen Vormarsch und großflächige Angriffe im Zuge des Krieges gegen den Iran wurde im Libanon die größte Fluchtwelle seit Jahren losgetreten. Innerhalb eines Monats seien laut UNICEF rund 20 Prozent der Bevölkerung aus ihren Häusern vertrieben worden, täglich würden im Schnitt 19.000 Kinder zu Flüchtlingen.
USA
- UN-Sicherheitsrat berät sich. Laut russischen Staatsmedien werden die Botschafter der Mitgliedsstaaten des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen am Freitag im Hauptquartier in New York über den Iran-Krieg beraten. Das sei von Russland angestoßen worden. Der Kreml verurteilt die "anhaltenden Angriffe auf zivile Infrastruktur im Iran" - solche nimmt die russische Armee in der Ukraine jedoch seit mehr als vier Jahren vor.
- Flugzeugträger wird wohl repariert. Griechische Medien berichten, dass der größte US-Flugzeugträger, die USS Gerald R. Ford, Kreta wieder verlassen hat. Das Schiff steuert demnach auf die kroatische Hafenstadt Split zu, wo sich eine wichtige Marine-Basis für Reparaturen von NATO-Schiffen befindet. Auf der "Ford" war im März ein Feuer im Wäschetrakt ausgebrochen, zudem gab es verstopfte Toiletten.
- 10.000 neue US-Truppen möglich. Laut einem Bericht des Wall Street Journal erwägt das Pentagon, 10.000 zusätzliche US-Soldaten für eine mögliche Bodenoffensive in den Nahen Osten zu verlegen. Damit wolle Donald Trump ein Druckmittel für die Verhandlungen mit dem Iran aufstellen - und mehr militärische Optionen haben, sollten die Verhandlungen scheitern.
- Warum das wichtig ist: Bisher hatte Trump eine Bodenoffensive im Iran vehement ausgeschlossen, obwohl etliche Militäranalysten immer wieder darauf hingewiesen hatten, dass ein Regimewechsel ohne "Boots on the ground" schwer zu erreichen wäre. Nun, wo der große militärische Erfolg alleine durch Luftschläge auszubleiben scheint, erwägt das US-Militär offenbar einen Strategiewechsel für den Fall, dass die Verhandlungen scheitern.
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