Die Lage im Iran-Krieg bleibt unübersichtlich. Wir versuchen täglich, Ihnen die wichtigsten Ereignisse der vergangenen 24 Stunden auf einen Blick zusammenzufassen.
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Iran-Krieg, Tag 27: Irans Außenminister von Todesliste gestrichen
Die Lage im Iran-Krieg bleibt unübersichtlich. Wir versuchen täglich, Ihnen die wichtigsten Ereignisse der vergangenen 24 Stunden auf einen Blick zusammenzufassen.
© REUTERS/Ramil Sitdikov
Seit 28. Februar tobt ein neuer Krieg im Nahen Osten. Israel und die USA setzen ihre Luftangriffe gegen den Iran unentwegt fort, der reagiert mit großflächigen Drohnen- und Raketenangriffen auf fast alle Staaten der Region. Dieses Briefing bietet einen Überblick über die wichtigsten Geschehnisse der letzten 24 Stunden in betroffenen Ländern.
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Iran
- Waffenproduktion eingeschränkt. Laut Angaben des US-Militärs sind in den vier Wochen seit Kriegsbeginn bereits zwei Drittel der iranischen Produktionsstätten für den Bau von Drohnen und Raketen zerstört worden. Die USA und Israel hätten außerdem 92 Prozent der iranischen Marineschiffe beschädigt oder zerstört. Das Ausmaß der iranischen Gegenangriffe sei im Vergleich zu den ersten Kriegstagen bereits um 90 Prozent zurückgegangen.
- Keine Verhandlungen. Der iranische Außenminister Abbas Araqchi äußerte sich am späten Mittwochabend erstmals zu den angeblichen Gesprächen mit der US-Regierung - und dementierte sie: "Jetzt über Verhandlungen zu sprechen, wäre ein Eingeständnis der Niederlage." US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt offen über Verhandlungen mit der iranischen Führung gesprochen.
- Außenminister soll leben. Die Regierung Pakistans soll Israel überzeugt haben, Araqchi ebenso wie den iranischen Parlamentspräsidenten Mohammed Baqer Qalibad von einer "Todesliste" zu nehmen. Israels Armee habe deren Tötung bereits geplant. "Dann gäbe es niemanden mehr, mit dem man reden kann", so ein pakistanischer Regierungssprecher.
- Warum das wichtig ist: Pakistan tritt zunehmend als wichtigster Vermittler in diesem Krieg auf. Laut US-Präsident Donald Trump führt die US-Regierung mithilfe Pakistans Gespräche mit der iranischen Führung - bisher war unklar, welche Gesprächspartner das sein könnten. Nun ist naheliegend, dass Araqchi und Baqer Qalibaf zumindest eine Rolle bei den mutmaßlichen Verhandlungen führen.
Israel
- Heftige Angriffswelle. Israel sah sich in der Nacht auf Donnerstag den schwersten iranischen Raketenangriffen seit Wochen ausgesetzt. In sieben koordinierten Angriffswellen seien binnen zwei Stunden mehrere Dutzend Raketen in mehreren Landesteilen eingeschlagen. In Tel Aviv und der mehrheitlich arabischen Stadt Kfar Qassem gab es mindestens 10 Verletzte.
- Warum das wichtig ist: Erst am Dienstag hatte Israels Verteidigungsministerium erklärt, dass der Iran aufgrund seiner eingeschränkten Kapazitäten nur noch alle paar Tage Angriffswellen starten könnte. Diese heftigen Angriffe dürften eine Reaktion sein, um das Gegenteil zu beweisen.
USA
- "Kriegszeit"-Industrie. Das US-Verteidigungsministerium hat wegen des laufenden Krieges Aufträge zur Steigerung der Raketenproduktionsraten bekanntgegeben. Die Rüstungskonzerne Lockheed Martin und BAE Systems sollen ihre Produktion des Raketenabwehrsystems THAAD vervierfachen.
- Warum das wichtig ist: Trotz etlicher Dementi vonseiten der US-Regierung ist der Schritt das bisher eindeutigste Indiz dafür, dass der Iran-Krieg die Luftabwehr-Munitionsreserven der USA und ihrer Verbündeten im Nahen Osten tatsächlich in hohem Maße aufgebraucht hat.
Golfstaaten
- Tote in Abu Dhabi. In der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wurden zwei Menschen von den herabstürzenden Trümmerteilen einer abgefangenen Rakete erschlagen. Dei weitere seien bei dem Vorfall verletzt worden.
- Drohnenangriffe. Kuwait fing am Donnerstag mehrere Drohnen in seinem Luftraum ab, ebenso Saudi-Arabien.
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