Panzer der irakischen Armee (Symbolbild)

© REUTERS/STRINGER/IRAQ

Irak
06/10/2014

Terroristen nahmen Stadt Mossul ein

Laut Regierungsangaben haben ISIS-Kämpfer die irakische Stadt unter ihrer Kontrolle.

Nach tagelangen Gefechten haben Mitglieder einer islamischen Terrorgruppe die nordirakische Stadt Mossul eingenommen. Der Gouverneur der Provinz Nineveh, Athil al-Nudschaifi, sagte dem Nachrichtensender Al-Arabija am Dienstag, die Regierungstruppen hätten sich zurückgezogen. Laut Nachrichtenportal Sumaria News stürmten die Kämpfer der Gruppe Islamischer Staat im Irak und Syrien (ISIS) die Gefängnisse und ließen mehr als 1400 Häftlinge frei. Tausende Bewohner seien bereits geflohen, berichteten Augenzeugen.

Beobachter gehen davon aus, dass mehr als 3000 ISIS-Kämpfer in der Region Mossul aktiv sind. Die Gruppe gehört zu den radikalsten Sunnitengruppen, die im arabischen Raum einen Gottesstaat errichten wollen. Seit Januar kontrollieren die Milizionäre bereits Gebiete der westlichen Provinz Al-Anbar und liefern sich dort heftige Kämpfe mit Regierungstruppen. Aus der Provinz sind nach UN-Angaben inzwischen mehr als 400 000 Menschen geflohen.

Anschlag auf Trauerfeier

Ein erneuter Anschlag wurde am Dienstag auf eine Trauerfeier verübt. Ein Selbstmordattentäter riss 33 Menschen mit in den Tod. 54 weitere Menschen seien verletzt worden, hieß es aus Sicherheitskreisen. Der Selbstmordattentäter habe sich mit einem Sprengstoffgürtel unter die Gäste eines Begräbnisses in der Stadt Baquba (Bakuba) gemischt und sich in die Luft gesprengt.

Machtkampf eskaliert

Im Irak eskaliert derzeit der langjährige Machtkampf zwischen sunnitischen und schiitischen Muslimen. Die Sunniten, die im Irak zu Zeiten des Diktators Saddam Hussein gute Aussichten auf Karrieren in Staat und Armee hatten, fühlen sich von der schiitisch dominierten Regierung diskriminiert.

Organisationen wie die ISIS gewannen durch den Konflikt großen Einfluss. Ein Grund dafür ist auch das Machtvakuum in Syrien: Extremistische Milizen haben dort einen Rückzugsort und Zugang zu Waffen. Allein am Wochenende sind bei einer Serie von Anschlägen im Irak mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen.

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