UNO: IS setzt Kinder im Kampf um Mossul ein

Irakische Armee in Mossul
In Mossul geraten die Islamisten zunehmend unter Druck.

Die Extremistenmiliz Islamischer Staat setzt nach UN-Erkenntnissen in der Schlacht um Mossul auch Kinder ein. Die Extremisten hätten die Einwohner in der Ortschaft Hammam al-Alil südlich von Mosul dazu gedrängt, insbesondere Buben ab einem Alter von neun Jahren an die Kämpfer zu übergeben, sagte eine Sprecherin des UN-Menschenrechtsbeauftragten am Freitag.

Zudem hätten die Extremisten in der Region Mossul Hunderte Menschen getötet, darunter 50 Deserteure und 180 ehemalige Regierungsbeschäftigte, sagte die Sprecherin weiter. Etwa 1.750 Menschen seien von Hammam al-Alil nach Tal Afar und Mossul gebracht worden, wo sie wohl als menschliche Schutzschilde dienen sollten. Die Extremisten hätten in Tal Afar fast 400 kurdische, schiitische und jesidische Frauen in ihrer Gewalt. Auch bei Luftangriffen sei es zu zivilen Opfern gekommen, sagte die UN-Sprecherin. Demnach kamen im Osten Mossuls vier Frauen ums Leben.

Angriff auf Stadt im Süden Mossuls

IS-Kämpfer haben außerdem einen Ort südlich der umkämpften Großstadt Mossul angegriffen. Dabei eroberten sie am Freitag laut Polizei eine Moschee und mehrere Häuser. Sieben Soldaten und Kämpfer einer schiitischen Miliz wurden getötet. Die Angreifer seien in der Nacht in den Ort Shirkat etwa 100 Kilometer südlich von Mossul eingedrungen, sagte ein Polizist. Die Sicherheitskräfte verhängten eine Ausgangssperre und schickten Verstärkung, um die IS-Kämpfer zurückzuschlagen.

Armee rückt in Mossul vor

Irakische Eliteeinheiten haben indes im Osten der IS-Hochburg Mossul nach eigenen Angaben weitere Stadtteile unter Kontrolle gebracht. Insgesamt seien sechs Viertel von der Terrormiliz IS befreit worden, teilte die Armee am Freitag mit. Auf Gebäuden sei die irakische Flagge gehisst worden.

Dennoch kann es in diesen Gebieten weiter zu Kämpfen kommen, da sich Scharfschützen und andere Kämpfer des IS häufig in Gebäuden verstecken. Zudem sollen die Extremisten in Mossul ein Tunnelsystem ausgegraben haben, in dem sie sich unbemerkt bewegen können.

IS unter Druck

Mossul ist die wichtigste Hochburg der Extremisten im Irak. IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi hatte in der Millionenstadt im Jahr 2014 in einer Moschee ein sogenanntes Kalifat ausgerufen. Die Islamisten sind allerdings unter Druck geraten, weil die irakische Armee mit Hilfe kurdischer und schiitischer Milizen bis auf das Stadtgebiet vorgedrungen ist. Dabei werden sie von einer internationalen Koalition unter Führung der USA mit Luftangriffen unterstützt.

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