Evakuierungen auf der pakistanischen Seite der Grenze in Kaschmir.

© APA/AFP/SAJJAD QAYYUM

Politik Ausland

Indien-Pakistan: Hickhack, Kampfreden und Kalmierungsversuche

Nach der schweren Eskalation zwischen den Atommächten kommen die politischen Nachbeben der Kämpfe der vergangenen Tage.

von Stefan Schocher

02/28/2019, 06:00 PM

Scharmützel. Nach den tagelangen offenen militärischen Auseinandersetzungen zwischen Indien und Pakistan vor allem um die geteilte Region Kaschmir herrschte am Donnerstag Katerstimmung. Vereinzelt soll es in der Nacht auf Donnerstag noch zu Gefechten entlang der Kontrolllinie zwischen dem pakistanischen und dem indischen Teil Kaschmirs gekommen sein. Jedoch, so hieß es, weit weniger als noch am Tag zuvor, wo es schwere Artilleriegefechte gegeben hatte. Dennoch wurden auf pakistanischer Seite mehrere Hundert Familien in Sicherheit gebracht.

Indien poltert

Und so geht es an die politische Verarbeitung des Geschehenen. Scharf fiel diese in Indien aus, wo im April Parlamentswahlen stattfinden. In einer Videokonferenz hielt Indiens Premier Narendra Modi von der hindu-nationalistischen BJP eine Brandrede, die sich wie das Einpeitschen auf einen militärischen Konflikt anhörte. Indien werde „geeint leben, geeint wachsen, geeint kämpfen und geeint siegen“, so Modi. Er rief seine Landsleute zur Standhaftigkeit auf. Jeder Inder solle sich „wie eine Wand, wie ein Felsen“ den Zielen des Feindes entgegenstellen.

Zudem bestellte das indische Außenministerium den pakistanischen Botschafter in Neu Delhi ein und beschwerte sich über die „vulgäre Darstellung“ eines gefangenen indischen Piloten.

Pakistans Militär hatte am Vortag ein Video veröffentlicht, auf dem ein gefangener indischer Pilot zu sehen ist, der am Mittwoch mit seinem Jet über Pakistan abgeschossen worden war. Auf dem Video erklärt der Mann, gut behandelt zu werden, dass er „sehr beeindruckt“ sei von der pakistanischen Armee und dass der Tee, den er bekomme, „fantastisch“ sei.

Pakistans Außenminister Shah Mehmood Qureshi sagte indes, Islamabad sei bereit, den festgesetzten indischen Piloten freizulassen, sollte dies helfen, die Spannungen abzubauen. Pakistans Premier Imran Khan erneuerte indes sein Angebot, zu einem Telefongespräch mit Modi.

Den USA warf Pakistan indes vor, die indischen Luftangriffe auf Ziele in Pakistan nicht verurteilt zu haben. Dies werte man als „Unterstützung“, die Inden weiter „ermutigt“ habe, so der pakistanische Botschafter in den USA. Dennoch wünsche sich Islamabad eine Vermittlung durch die USA. US-Außenminister Mike Pompeo hatte die indischen Angriffe vom Dienstag als „Anti-Terror-Einsätze“ bezeichnet und Pakistan aufgerufen, mehr gegen Terrorgruppen auf seinem Territorium zu unternehmen.

Indes blieben Teile des indischen und der pakistanische Luftraum geschlossen. In Folge kam es zu massiven Behinderungen im Luftverkehr vor allem zwischen Thailand und Europa. Thai Airways strich zumindest vorübergehend alle nach Europa – auch Österreicher waren betroffen. Air India kündigte an, Flüge von Europa nach Indien über Dubai und die Vereinigten Arabischen Emirate umzuleiten.

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