Politik | Ausland
21.03.2018

Identitären-Shirt: Affäre für Außenamt "kein Image-Schaden"

Außenministerin Kneissl beordert Mitarbeiter, der im Verdacht steht, rechtsextrem zu sein, nach Wien zurück.

Die Antworten des Außenamtes auf die Affäre um Jürgen-Michael Kleppich an der Botschaft in Tel Aviv sind dürftig: Auf die KURIER-Frage, welche Konsequenzen das Ministerium aus dem Vorfall zieht, heißt es schriftlich lapidar: „Der Grund für die Entscheidung der Frau Bundesminister, Herrn Kleppich einzuberufen, ist die Klärung der gegen ihn in den Medien erhobenen Vorwürfe. Wir werden diesbezügliche Ergebnisse abzuwarten haben und allfällige weitere Schritte setzen“, schreibt Pressesprecher Thomas Schnöll.

Nach einem Falter -Bericht hat Kleppich im Jänner ein Foto von sich in einem T-Shirt der rechtsextremen „Identitären“ auf Facebook veröffentlicht. Vor einigen Monaten habe er ein Bild seines Großvaters in Nazi-Uniform mit Hakenkreuz gepostet.

 

Der 48-jährige ist FPÖ-Bezirksrat im 2. Wiener Gemeindebezirk. Seit 1990 ist er als Assistenzkraft (C-Bereich; Sekretariat) im Außenministerium beschäftigt, derzeit in einem Springer-Pool. Wird eine Kraft an einer Auslandsvertretung dringend gebraucht, kommt ein Springer zum Einsatz. Dem Vernehmen nach besteht der Pool aus zwei Personen.

Kleppich wurde als Karenzvertretung Anfang Jänner nach Israel geschickt und sollte bis Ende April bleiben. Außenministerin Karin Kneissl hat ihn bereits abberufen, die Reise nach Wien hat er noch nicht angetreten.

Wer trägt die Verantwortung für die Entsendung? „Die Entscheidung über die Entsendung erfolgte durch die Personalsektion“, schreibt Schnöll. Durch „die erhobenen Vorwürfe gegen Kleppich ist kein Image-Schaden für das BMEIA entstanden“.

Spricht man mit Diplomaten über die Entsendung, heißt es: „Ein schwerer Fehler“ und „völlig unbedacht“. Mit Namen will aber keiner zitiert werden. Entgegen der Stellungnahme sehen sie aber sehr wohl einen „Image-Schaden“ für das Amt. MK