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Politik Ausland
12/14/2020

Hungerstreik: Indiens Bauern verschärfen ihren Protest

Sie fürchten um ihre Existenz und gehen seit Wochen auf die Straßen: Indiens Bauern kämpfen gegen die Deregulierung der Landwirtschaft.

Mit einem eintägigen Hungerstreik haben indische Bauern am Montag ihre wochenlangen Proteste gegen eine Deregulierung der Landwirtschaft fortgesetzt. Die Veranstalter riefen dazu auf, neun Stunden lang zu fasten, erklärte ein Sprecher der Organisatoren in Neu Delhi. An der Aktion beteiligten sich demnach 33 Anführer unterschiedlicher Bauernverbände sowie Hunderte Farmer.

Die protestierenden Bauern fürchten, durch eine umstrittene Agrarreform im freien Wettbewerb vom Markt gedrängt zu werden.

Zehntausende Landwirte kampieren bereits seit Ende November aus Protest gegen das Gesetzespaket an den Stadträndern der indischen Hauptstadt und halten mindestens fünf große Einfallstraßen teilweise blockiert. Täglich kommen weitere Bauern vor allem aus Haryana, Rajasthan und Pandschab hinzu. Die Polizei, die die ersten Protestzüge am 26. November vor der Metropole gestoppt hatte, wurde massiv verstärkt und baute Barrieren, um die Bauern am Weiterziehen zu hindern.

Angst vor Preisverfall

Das Protestforum der Bauernverbände AIKSCC will vor allem drei im September beschlossene Gesetze zu Fall bringen, die nach seiner Einschätzung das Einkommen der Landwirte drücken und die Gewinne großer Agrarkonzerne steigern würden. Indiens Premier Narendra Modi argumentiert, die Gesetze würden die Bauern von antiquierten Marktordnungen befreien und ihnen bessere Preise auf dem freien Markt ermöglichen.

In Indien wird Getreide in staatlich organisierten Großmärkten bisher zu garantierten Mindestpreisen gehandelt. Nun sollen die Bauern ihre Ware ohne Mittelmänner auch direkt an Privatfirmen verkaufen können. Die Bauern befürchten einen Preisverfall, weil sie in Verhandlungen mit den Agrarkonzernen in einer schlechten Position wären.

Die Landwirtschaft trägt rund 15 Prozent zur indischen Wirtschaftsleistung bei und ist Lebensgrundlage für rund 58 Prozent der 1,3 Milliarden Einwohner des Landes.

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