FILE - In this Monday, July 14, 2008 file photo, Syrian President Bashar Assad arrives with his wife Asma for the Bastille day ceremonies in Paris. As Syria's bloodshed deepens, the country's British-born first lady has become an object of contempt for many, a Marie Antoinette figure who shopped online for fondue sets and 6-inch, crystal-encrusted Christian Louboutin heels while her country burned. The EU has slapped sanctions on Asma Assad, the young, stylish wife who for a decade offered a veneer of respectability to one of the world's most secretive and ruthless dictatorships. (Foto:Michel Spingler, File/AP/dapd)

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Syrien
07/31/2013

Heile Welt: Assads neuer Instagram-Account

Das syrische Regime präsentiert sich plakativ auf Instagram. Vom Bürgerkrieg ist dort wenig zu merken.

von Evelyn Peternel

69 Fotos sind es bisher. Sie alle zeigen Bashar al-Assad und seine Frau Asmaa so, wie sie sich gern selbst sehen: Beim Spielen mit Kindern, beim Arbeiten in der Staatskanzlei, beim Trostspenden am Krankenbett. Die Betten, an denen Bashar und Asmaa die Hände Verwundeter streicheln, sind dabei aber der einzig dezente Hinweis darauf, dass die Bilder in einem Land aufgenommen wurden, in dem ein Bürgerkrieg wütet. 100.000 Todesopfer sollen dem Konflikt bislang zum Opfer gefallen sein, schätzt die UNO.

Das Regime ist geübt in Propaganda; auch die Beschönigung der eigenen Welt im Netz ist ihm nicht fremd. Der Instagram-Account ist da nur die logische Konsequenz aus Facebook-Seite und Twitter-Account. 51.000 Likes hat die Regierung Assad allein auf Facebook. Die Fotos sprechen eine deutliche Sprache: Lachende Kinder sind dort zu sehen – und natürlich keine Rede davon, dass im Konflikt die Zahl der toten Kinder in die Tausende geht.

Wie sich das Assad-Regime inszeniert, hat die Journalistin Joan Juliet Buck bestens dokumentiert. Sie hat im Auftrag der Vogue eine Homestory über das Ehepaar Assad verfasst – und nach dem Ausbruch des Arabischen Frühlings wieder zurückgezogen. „Ich habe den Teufel und seine Frau getroffen“, schreibt sie in einem Beitrag für Newsweek. „Ich hatte vollen Zugang zu ihrem unrealistisch wirkenden Fischglas-artigen Apartment, in dem sie ihr tägliches Leben vor den Augen Tausender lebten – wie eine Mittlere-Osten-Version der Truman Show. Sie zeigten mir ihr Fantasieleben.“

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