"Werde Eröffnung nicht zulassen": Trump droht Kanada mit Blockade von neuer Brücke

A view of the still-under-construction Gordie Howe International Bridge in Windsor
Die Eröffnung der Gordie Howe International Bridge mit sechs Fahrspuren ist für heuer geplant.

Zusammenfassung

  • Trump droht im Handelsstreit mit Kanada, die Eröffnung der von Kanada finanzierten Gordie Howe International Bridge zu blockieren, bis die USA mehr Fairness erfahren und die Brücke zur Hälfte den USA gehört.
  • Trump kritisiert, dass beim Brückenbau keine US-Produkte verwendet wurden, und droht Kanada mit Strafzöllen wegen Annäherung an China und Handelsstreitigkeiten.
  • Die Brücke soll Handel und Verkehr zwischen Kanada und den USA fördern, steht aber nun im Zentrum eskalierender Spannungen zwischen beiden Ländern.

US-Präsident Donald Trump legt im Handelsstreit mit Kanada nach und droht mit der Blockade einer neuen Grenzbrücke zwischen beiden Ländern. Er werde die Eröffnung nicht zulassen, bis Kanada die Vereinigten Staaten mit der Fairness und dem Respekt behandle, den die USA verdienten, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. 

Die Brücke müsste auch mindestens zur Hälfte den USA gehören, forderte er. Man werde unverzüglich Verhandlungen aufnehmen, kündigte Trump an.

Die Brücke über den Detroit River verbindet die Stadt Windsor in der kanadischen Provinz Ontario mit der US-Stadt Detroit im nördlichen Bundesstaat Michigan. Die Gordie Howe International Bridge mit sechs Fahrspuren soll auch von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden können. Die Eröffnung ist für heuer geplant. 

Kanada finanziert nach eigenen Angaben die Baukosten, die dann mit den Mautgebühren refinanziert werden sollen. Die seit langem geplante Brücke soll den Handel zwischen den Nachbarländern weiter ankurbeln.

FILE PHOTO: A view of the still-under-construction Gordie Howe International Bridge and in the background Atura Power - Brighton Beach generating station, in Windsor

Die Gordie Howe International Bridge

Eskalierender Handelskonflikt nach Carneys China-Reise

Trump warf Kanada in seinem Post vor, für den Bau keine amerikanischen Produkte wie Stahl genutzt zu haben. Zudem kritisierte Trump erneut die jüngst von Kanadas Premierminister Mark Carney angekündigte begrenzte Annäherung an China in Handelsfragen. Deswegen hatte er dem Nachbarland unlängst auch bereits mit einem 100-Prozent-Zollsatz auf den Import von Waren gedroht. Auch Strafzölle auf die Einfuhr kanadischer Flugzeuge hatte er jüngst angedroht.

Trump greift häufig zu Zöllen, um seinen Willen durchzusetzen. Davon bleiben auch traditionell enge Verbündete wie Kanada nicht verschont. Bisweilen nutzt Trump Zölle aber auch nur als Drohgebärde und setzt diese letztlich nicht um.

Nach einer China-Reise Anfang Jänner fiel Premierminister Carney beim Weltwirtschaftsforum in Davos mit einer eindringlichen Rede auf, die auch als Kritik an Trump und dessen aggressiver "America First"-Politik verstanden wurde. Der US-Präsident hatte mehrfach davon gesprochen, dass Kanada als Bundesstaat in die USA integriert werden sollte.

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