© APA/AFP/DPA/PATRICK SEEGER

Syrien-Konflikt
11/26/2015

Grünes Licht für deutsche Aufklärungs-Tornados

Auch Kriegsschiff und Tankflugzeug sollen aus Deutschland kommen. Russland bombardierte wieder Rebellenstützpunkte.

Deutschland wird Aufklärungsjets nach Syrien schicken, um Frankreich im Kampf gegen die Extremistenmiliz IS zu unterstützen. Die Bundesrepublik werde ihr Engagement im Kampf gegen die Extremisten mit dem Einsatz von Tornado-Maschinen in Syrien vorantreiben.

Das beschlossen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die zuständigen Minister am Donnerstag bei einem Treffen in Berlin.

Doch bei Flugzeugen allein soll es nicht bleiben. Die Bundeswehr soll neben Aufklärungsjets auch ein Kriegsschiff, mindestens ein Tankflugzeug und Satellitenaufklärung für den Kampf gegen den Islamischen Staat bereitstellen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag nach Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den zuständigen Ministern aus Regierungskreisen.

Russland bombardiert Rebellen

Russische Kampfjets haben an der Grenze zur Türkei Aktivisten zufolge erneut Stellungen syrischer Rebellen bombardiert. Sie griffen unter anderem eine Bergregion nahe der Küste an, in der viele Angehörige der ethnischen Minderheit der Turkmenen leben.

Auch eine Verbindungsstraße zwischen dem Ort Asas und dem Grenzübergang Bab al-Salama sei beschossen worden, erklärten die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und Aktivisten am Donnerstag. Zu möglichen Opfern lagen zunächst keine Angaben vor. Den Menschenrechtlern zufolge hatte Russlands Luftwaffe das Gebiet um Asas bereits am Vortag bombardiert und vier Menschen getötet. Oppositionsmedien meldeten, dabei seien Lastwagen getroffen worden.

Moskau unterstützt seit Wochen mit Luftangriffen das syrische Regime im Kampf gegen Rebellen und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die türkische Armee hatte am Montag im Grenzgebiet einen russischen Jet wegen einer angeblichen Verletzung des Luftraums abgeschossen. Die Türkei fühlt sich mit den Turkmenen in Syrien eng verbunden.

Erdogan beschuldigt Assad

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erogdan hat das syrische Regime von Präsident Bashar al-Assad beschuldigt, die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) mit Waffen und finanziellen Mitteln zu versorgen. Er bestritt russische Vorwürfe, die Türkei kaufe Öl vom IS. Wer so etwas behaupte, müsse es beweisen, sagte Erdogan am Donnerstag in Ankara.

Die Türkei und Russland liegen wegen des Abschusses eines russischen Flugzeugs durch die türkische Luftwaffe über Syrien weiter im Streit. Russlands Präsident Wladimir Putin warf der Türkei nach dem Vorfall am Dienstag vor, Erdöl aus dem vom IS besetzten Gebiet im Nordirak "in großen Mengen" zu kaufen. Auf diese Art finanziere sich die Dschihadistenmiliz.

Erdogan wies die Vorwürfe zurück und bekräftigte, die Türkei kaufe Öl und Gas nur aus bekannten Quellen. Sein Land werde seine Unterstützung für moderate Rebellen und turkmenische Milizen, die gegen das Assad-Regime kämpfen, fortsetzen.

Während die Türkei Regimegegner unterstützt, steht Russland an der Seite von Assad. Zuletzt warf auch US-Außenminister John Kerry bei den Syrien-Verhandlungen in Wien dem syrischen Regime vor, die Terrormiliz zu unterstützen. "Assad hat seinen eigenen Deal mit Daesh - sie verkaufen Öl, er kauft Öl", sagte Kerry. Im Gegenzug gebe es keine Attacken von Assads Kräften auf den IS.

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