Varoufakis bei seinem London-Besuch - auch hier betont lässig.

© REUTERS/PETER NICHOLLS

Griechen-Sparplan
02/03/2015

Athen verkauft Autoflotte, Minister fliegt Economy

Auch die Staatsspitze schnallt den Gürtel enger – mit kleinen Symbolen, die ziemlich gut ankommen.

Ein Kanzler ohne Dienstwagen? In Österreich schwer vorstellbar, in Berlin vermutlich gänzlich undenkbar. In Athen ist dies allerdings die neue Parole: Wer von seinem Land verlangt, zu sparen, muss dies auch selbst tun – die griechische Regierung setzt deshalb aufs eigene Gefährt und Economy Class.

Es ist mehr als schlichte Symbolpolitik, die Alexis Tsipras und sein Team hier machen. Dass Gianis Varoufakis seine Europa-Tour (mehr dazu lesen Sie hier) nicht im Privatjet absolviert, sondern in der Economy Class fliegt, beeindruckt nicht nur die mitfliegenden Journalisten, sondern auch alle, die in den Reihen hinter dem Politiker sitzen. Er gibt dort seine Interviews – und spart damit Geld und Zeit, die Ruhestörung manches Mitreisenden in Kauf nehmend.

Per Motorrad durch Athen

Varoufakis, dem ohnehin etwas leicht Rebellisches anhaftet – und das nicht nur, seit er Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem öffentlich düpierte -, setzte den Kurs auch im innerstädtischen Verkehr fort: Diese Wege erledigt der Ökonom, der seine Auftritte stets ohne Krawatte absolviert, mit dem Motorrad. Beim Wähler kommen solche Aktionen gut an, das weiß man in Athen.

Tsipras hat indessen noch einen weiteren Trumpf ausgespielt, der ihm Sympathien bringen dürfte: Er hat angekündigt, alle Dienstwagen der Regierung zu verkaufen. Korruption und Nepotismus, die zwei tragenden Säulen des griechischen Desasters, sollen damit symbolisch umgeworfen werden – die Flotte wurde unter Premier Papandreou angeschafft, umfasst Spielereien wie einen 750.000 Euro teuren BMW samt Satellitenkommunikationsanlage, berichtet der Spiegel.

Tsipras wird weiterhin sein privates Auto nutzen - einen Audi A4, ein deutsches Fabrikat. Dies scheint aber eher Zufall zu sein: Der Syriza-Chef besaß das Auto nämlich schon vor seiner Wahl zum Premier.

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