Politik | Ausland
01.08.2017

Gerangel um drei Botschafterposten

Nach langem Warten ist es nun fix: Ab Ende August ist Nikolaus Marschik der neue EU-Botschafter Österreichs in Brüssel. Nominiert für den wichtigsten Diplomaten-Posten, den das Land zu vergeben hat, wurde er bereits vor Monaten, jetzt zieht er endgültig von Berlin in die EU-Zentrale.

Der bisherige EU-Botschafter, Walter Grahammer, wechselt in die seit Längerem vakante diplomatische Vertretung in Paris. Dafür wurde er Anfang 2016 bestellt. Die Umgebung von Staatspräsident Emmanuel Macron hat das zuletzt nicht sehr goutiert, dass Österreich keinen Botschafter in Frankreich hat.

Seit Beginn dieser Woche sind drei prestigiöse Botschafterposten ausgeschrieben: Berlin, Moskau und die bilaterale Botschaft in Belgien, die auch für die NATO zuständig ist. Die Bewerbungsfrist läuft vier Wochen, die neuen Botschafter könnten noch vor der Wahl im Oktober beschlossen werden; sicher ist es aber nicht, heißt es im Außenministerium.

Für die Nachfolge von Jürgen Meindl – er war bis Anfang Juli Botschafter in Belgien und für die NATO zuständig, jetzt ist er neuer Leiter der Kunst- und Kultursektion im Bundeskanzleramt – wird immer häufiger die EU-affine Diplomatin Elisabeth Kornfeind genannt.

Als Geheimtipp für Berlin kursiert der Name des Generalsekretärs des Außenamtes, Michael Linhart. Er ist ein enger Vertrauter von ÖVP-Chef und Außenminister Sebastian Kurz. Hinter vorgehaltener Hand heißt es in obersten Diplomatenkreisen, dass man "zu Merkel nach Berlin keinen Roten schicken kann". Eines stimmt sicher: Der Botschafterposten in Deutschland ist heikel, er braucht das Vertrauen beider Regierungen.

margaretha.kopeinig@kurier.at@marga_kopeinig