Philippinen: Flucht nach fast dreijähriger Geiselhaft. Der Schweizer V. stach seinen Entführer nieder

© Reuters/HANDOUT

Jemen
12/06/2014

Geisel überwältigt Terroristen

Schweizer kann sich retten. Eine US-Befreiungsaktion endet für Geiseln fatal.

von Ingrid Steiner-Gashi

Es war bereits der zweite Versuch, Luke Somers aus der Gewalt seiner El-Kaida-Kidnapper zu befreien: Schon im November war ein US-Befreiungskommando im Jemen gelandet, hatte aber den 33-jährigen amerikanischen Fotojournalisten nicht in seinem vermuteten Versteck gefunden. Am Samstag flog erneut ein an die hundert Mann starkes US-Spezialteam in ein abgelegenes jemenitisches Dorf ein. Bei dem heftigen Feuergefecht wurden mindestens zehn Personen getötet.

Fatal endete der Militäreinsatz aber auch für Geisel Somers. Ihn hatten seine islamistischen Geiselnehmer vor der Befreiung so massiv angeschossen, so dass er auf dem Bergungsflug in die Freiheit starb. Auch eine südafrikanische Geisel, ein Lehrer, war noch von seinen Kidnappern ermordet worden.

Vor einem Jahr war Somers von einer Straße in Jemens Hauptstadt weg entführt worden.In Washington wollte man nun nicht länger warten, US-Präsident Obama gab persönlich grünes Licht für die Aktion: In einem Video hatten die islamistischen Terroristen angekündigt, Luke Somers bis Ende der Woche zu töten.

Knapp 50 westliche Geiseln befinden sich derzeit weltweit in den Händen islamistischer Terrorgruppen. Die meisten von ihnen wurden schon vor mehr als einem Jahr verschleppt, sie werden vor allem in Syrien, im Irak, Somalia und Pakistan gefangen gehalten.

Für die Terrorgruppen sind westliche Geiseln ein wertvolles Pfand: Mit ihnen lassen sich politische Zugeständnisse oder Millionen Lösegelder erpressen. Die USA und Großbritannien lehnen Zahlungen an Terroristen allerdings kategorisch ab.

Aus Deutschland hingegen flossen hingegen im Oktober rund vier Millionen Dollar an die Terrorgruppe Abu-Sayyaf auf den Philippinen. Diese ließ daraufhin ein im Frühling verschlepptes deutsches Paar wieder frei.

Fast drei Jahre Geisel

Einem weiteren Abu-Sayyaf-Opfer gelang indessen am Samstag, was Entführte fast nie schaffen: Ein 49-jähriger schweizer Vogelkundler, der vor fast drei Jahren verschleppt worden war, stürzte sich während eines Feuergefechts zwischen seinen Entführern und dem philippinischen Militär auf seinen Bewacher. Er entwand dem Terroristen ein Messer und dürfte ihn im folgenden Kampf um Leben und Tod getötet haben, wurde aber auch selbst im Gesicht verletzt und bei seiner anschließenden Flucht auch noch angeschossen. Der Ornithologe wurde von einer Spezialeinheit der Armee von der Insel Jolo gerettet und in ein Militärspital geflogen. Es geht ihm den Umständen entsprechend gut, so bald wie möglich soll er in die Schweiz heimkehren.

Pakistans Militär gab indessen bekannt, einen der hochrangigsten El-Kaida-Terroristen erschossen zu haben: Adnan el-Shukrijumah soll unter anderem für den Anschlagversuch auf die New Yorker U-Bahn im September 2009 verantwortlich gewesen sein.

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