Politik | Ausland 05.12.2011

Geir Lippestads schwieriges Mandat

Lippestad, ein Sozialdemokrat, ist überrascht, dass Breiviks Wahl auf ihn fiel.

Ich habe nicht gleich ja gesagt, sondern mir das schon sehr genau überlegt", sagt Geir Lippestad, angesprochen auf die Übernahme der Verteidigung von Anders Behring Breivik. Aber der Anspruch auf einen Verteidiger gehöre zu den wichtigsten Prinzipien einer rechtsstaatlichen Demokratie.

Nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch er selbst stelle sich die Frage, warum Breivik ausgerechnet ihn, den Sozialdemokraten, als Wahlverteidiger benannt hat. Lippestad vermittelt den Eindruck, dass er sich eine andere Entscheidung Breiviks gewünscht hätte.
Dieser hat in seinem Manifest genaue Richtlinien aufgelistet für die Auswahl des Verteidigers. Doch Lippestad ist sicher nicht dieser nationalistisch orientierte Anwalt. Vielleicht war die Verteidigung eines anderen Rechtsradikalen, der 2001 einen Jugendlichen erstochen hatte, der Grund für seine Wahl.

Nun ist er das Sprachrohr des Attentäters. Er gesteht dabei ein, dass es ihm schwer falle, die Aussagen seines Mandanten "vernünftig wiederzugeben".

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011