1993 bekamen Südafrikas Präsident Frederic de Clerk und Nelson Mandela den Friedensnobelpreis

© APA/AFP/PHILIP LITTLETOWN

Geschichte
10/11/2019

Friedensnobelpreis: Als Todfeinde sich für den Frieden die Hand reichten

Friedensnobelpreis im Duett: Von Nahost bis Nordirland und Südafrika. Sie zählen zu den legendärsten Preisträger.

Der Frieden, den sie gemeinsam schaffen sollten, war noch nicht ordentlich zu Papier gebracht, da wurden der ägyptische Präsident Anwar al-Sadat und Israels Premier Menachem Begin  bereits ausgezeichnet. Unmittelbar nach dem Abkommen von Camp-David, das US-Präsident Jimmy Carter vermittelt hatte, bekamen die beiden 1978 den Friedensnobelpreis.

Und dieser war, so machte es das Komitee in Oslo deutlich, auch als Aufforderung an die beiden gedacht, ihre Bemühungen für eine „Zukunft ohne Krieg“ im Nahen Osten fortzusetzen. Ein Jahr später unterschrieben Israel und Ägypten tatsächlich ein Friedensabkommen. Es hält bis heute. Langfristig weniger erfolgreich, aber ebenso legendär die zweite Nahost-Paarung, die zu diesen Ehren kam. Palästinenserchef Yassir Arafat und der israelische Premier Yitzhak Rabin wurden 1993 ausgezeichnet, nachdem diese das Osloer Friedensabkommen ausgehandelt hatten. Zwei Jahre später wurde Rabin von einem israelischen Nationalisten ermordet. Der in Oslo ausgearbeitete Plan für einen eigenständigen Palästinenserstaat ist bis heute nie konsequent umgesetzt worden.

Langfristig erfolgreich  dagegen war die Versöhnung die ANC-Chef Nelson Mandela und Südafrikas weißer Präsident  Frederik de Clerk für ihr Land einleiteten.  1993 bekamen die beiden dafür den Nobelpreis Das rassistische Apartheid-Regime    ging ein Jahr später endgültig zu Ende, Nelson Mandela wurde der erste schwarze Präsident Südafrikas. Die Macht hat der ANC seither  nicht mehr aus der Hand gegeben,    soziale Gerechtigkeit für Schwarze aber ist in Südafrika bis heute  eine Illusion.

Auf halbem Weg stecken geblieben ist auch der Friede, für den John Hume und David Trimble  1998 den Nobelpreis bekamen. Das Karfreitagsabkommen, das den Bürgerkrieg in Nordirland nach 30 Jahren beendete, war soeben unterzeichnet worden.

Die radikalen Kräfte auf beiden Seiten, die  eingewilligt hatten, ihre Waffen abzulegen, hatten zu viel Blut an ihren Händen, um den Friedensnobelpreis zu bekommen.  Also  kürte man mit dem Protestanten Trimble und dem Katholiken Hume zwei gemäßigte Vertreter beider Lager.