Tatort Lebensmittelladen im Pariser Vincennes

© APA/EPA/IAN LANGSDON

Frankreich
01/09/2015

Liveticker-Nachlese: Minutenprotokoll der Geiseldramen

Spezialeinheiten haben die Zufluchtsorte der Geiselnehmer gestürmt. Die mutmaßlichen Attentäter und vier Geiseln sind tot.

von Marie North, Evelyn Peternel

Nach dem Terroranschlag auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo hatten sich die Polizei und die beiden Tatverdächtigen am Freitagmorgen nördlich von Paris eine Verfolgungsjagd geliefert, mit anschließender Geiselnahme in einer Druckerei. Ein Großeinsatz der französischen Polizei war den ganzen Tag in vollem Gange; im Pariser Osten kam es zu einer zweiten Geiselnahme. Nach einem zeitgleichen Zugriff der Polizei an beiden Schauplätzen, sind die Geiselnehmer nun tot. Vier Geiseln kamen dabei ebenfalls um.

Eine ausführliche Zusammenfassung lesen Sie hier.

Liveticker-Nachlese: Minutenprotokoll der Geiseldramen

Wir beenden unseren Ticker für heute, vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Hier geht es zur Zusammenfassung der Ereignisse.

Eindrücke von den Tatorten in Vincennes, Paris, und Dammartin.

Die gerettete Geisel aus der Druckerei hatte sich offenbar unerkannt von den Attentätern im ersten Stock versteckt, schreibt Le Figaro. Der 27-jährige Graphiker hätte seinem Vater ein SMS geschrieben mit dem Wortlaut: "Ich habe mich im ersten Stock versteckt. Ich glaube, sie haben alle getötet. Sag der Polizei, sie sollen einschreiten."

Was wir noch nicht wissen:

Wieviele Geiseln tatsächlich umkamen.

Wieviele Geiselnehmer es tatsächlich waren.

Ob die gesuchte Frau unter den Geiselnehmern war bzw. ob sie entkommen konnte.

Auch in Montpellier soll es eine weitere Geiselnahme geben. Diese habe aber nichts mit den Vorfällen in Paris zu tun, heißt es. Ein Juwelierladen wurde überfallen, dabei seien Geiseln genommen worden, berichtete Le Monde.

Vier weitere Geiseln in Paris sollen schwer verletzt sein, schreibt Le Figaro.

Präsident Hollande will vor 20 Uhr eine Rede an die Nation halten. Sie wird live im Fernsehen übertragen.

An der Geiselnahme in Paris war offenbar doch keine Frau beteiligt, berichtet France24. CNN hingegen schreibt, dass die Frau fliehen konnte.

Laut der Polizei wurden vier Geiseln in Vincennes getötet.

Es sollen zwei Polizisten in Dammartin verletzt worden sein, berichtet der Sender BFMTV. Ein weiterer Polizist ist in Vincennes verletzt worden.

Die beiden verdächtigen Brüder in Dammartin-en-Goële sollen laut Le Monde und verschiedenen Nachrichtenagenturen schießend aus der Druckerei gestürmt sein. Daraufhin habe die Polizei die mutmaßlichen Attentäter von Charlie Hebdo erschossen.

Hier ein Bild der Explosionen im jüdischen Supermarkt bei der Befreiung.

Der Geiselnehmer von Vincennes ist nun offiziell tot.

Eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse:

Die französische Polizei hat mit zeitgleichen Einsätzen zwei Geiselnahmen durch islamistische Terroristen im Raum Paris beendet. Dabei wurden laut französischen Medienberichten die drei Täter getötet.

Zunächst wurde der Unterschlupf der mutmaßlichen Attentäter des Satiremagazins "Charlie Hebdo" in Dammartin-en-Goele gestürmt. Die beiden Terrorverdächtigen seien getötet worden. Die Geisel sei frei und unverletzt.

Die Polizei griff auch bei der zweiten Geiselnahme im Osten von Paris zu. Auch der Geiselnehmer in dem Geschäft für koschere Lebensmittel sei tot, berichtete die Zeitung Le Monde unter Berufung auf die Gendarmerie.

Auch Le Figaro schreibt, dass der Geiselnehmer von Vincennes tot sei. Mindestens zehn Menschen sollen aus dem jüdischen Lebensmittelladen gerannt sein. Ein Polizist sei verwundet. Wir warten auf offizielle Bestätigungen.

Auf den Fernsehbildern ist eine ganze Kolonne an Krankenwägen zu sehen. Ein erstes Rettungsauto habe den Schauplatz in Vincennes bereits Richtung Krankenhaus verlassen, schreibt Le Figaro.

Le Monde zitiert Polizeiquellen: Demnach sei auch der Geiselnehmer von Vincennes tot. Die Polizisten riefen offenbar: "Wir haben ihn."

Das vermeldet nun die APA: Die beiden mutmaßlichen "Charlie Hebdo"-Attentäter sind bei dem Polizei-Einsatz in Dammartin-en-Goele nördlich von Paris getötet worden. Das verlautete am Freitag aus Ermittlerkreisen. Die Geisel der beiden mutmaßlichen Islamisten sei frei und unversehrt.

Die französische Polizei hat auch bei einer Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt in Paris zugegriffen. Das sagten Ermittler, Journalisten hörten Explosionen am Tatort im Osten der französischen Hauptstadt. Ein Mann hatte dort am Mittag mehrere Geiseln genommen.

Die zwei mutmaßlichen Charlie Hebdo-Attentäter wurden laut AFP getötet. Alle Geiseln seien befreit.

Auch aus dem jüdischen Geschäft sind nun Explosionen zu hören. Womöglich starten die Behörden auch hier einen Zugriff.

AFP und Le Monde berichten nun übereinstimmend unter Berufung auf Polizeikreise, dass die Spezialkräfte zuschlagen. Demnach haben Elite-Polizisten einen Einsatz zur Beendigung der Geiselnahme nordöstlich von Paris gestartet.

Auf TV-Bildern ist Rauch am Dach der Druckerei zu sehen; die Schießerei soll etwa zehn Sekunden gedauert haben. Fünf Explosionen waren zu hören. Möglicherweise hat die Polizei die Druckerei gestürmt.

ORF-Korrespondentin Eva Twaroch schreibt, dass sich gegenüber jener Druckerei, in der sich die zwei Charlie-Hebdo-Attentäter verschanzt haben, Scharfschützen postiert hätten. - Gewehrfeuer und Explosionen seien zu hören, meldet Sky.

Noch ein Detail über den Geiselnehmer von Vincennes: 2009 ist er offenbar auf den damaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy getroffen - im Rahmen eines Betriebsbesuchs, wie Louis Haushalter von Radio Europe 1 twittert. Coulibaly soll damals in einer Coca-Cola-Fabrik in Grigny gearbeitet haben, im Interview mit Le Parisien sagt er, er sei sehr "erfreut, den Präsidenten zu treffen". Grigny, ein Vorort von Paris, war damals von schweren Unruhen erschüttert worden. Ob es sich tatsächlich um die selbe Person handelt, hat Le Parisien aber noch nicht bestätigt. Das Foto des Geiselnehmers, das vom Innenministerium veröffentlicht worden ist, gleicht jenem im Artikel allerdings sehr.

Der Guardian hat indessen Details über die drei Täter und das Buttes-Chaumont-Netzwerk veröffentlicht, über das die drei Männer vernetzt waren.

Buttes-Chaumont ist der Name eines Parks im 19. Pariser Arrondissement, der als Schaltstelle für ein Untergrundnetzwerk fungiert hat – von dort wurden junge radikalisierte Muslime von Frankreich aus in den Dschihad in den Irak geschickt. Die Brüder Said und Cherif Kouchi, die im Norden von Paris zumindest eine Person in ihrer Gewalt haben sowie Amedy Coulibaly, der sich mit seiner Freundin in Vincennes mitsamt fünf Geiseln verschanzt hat, waren Teil davon.

Der 32-jährige Coulibaly hat ein recht großes Vorstrafenregister, beginnend bei Diebstählen bis hin zu Bankraub. Ab dem Jahr 2002 soll er sich zunehmend radikalisiert haben. 2010 wurde er zu fünf Jahren Haft verurteilt, weil er dem verurteilten Islamisten Smaïn Aït Ali Belkacem beim Ausbruch aus dem Gefängnis geholfen haben soll. Auch die Kouchi-Brüder sollen wegen dieses Vorfalls kurz inhaftiert gewesen sein. Als Coulibaly 2014 frühzeitig entlassen worden war, soll seine Freundin Boumeddiene vor dem Gefängnis gewartet haben.

Coulibaly soll die beiden Brüder während ihrer Inhaftierung im Fleury-Mérogis-Gefängnis kennengelernt haben, schreibt der Guardian. Sie sollen auch alle denselben Mentor gehabt haben - Djamel Beghal, der einen Anschlag auf die US-Botschaft in Paris geplant hatte und deshalb verurteilt wurde.

Bei der Geiselnahme in einem koscheren Supermarkt im Osten von Paris handelt es sich offenbar um ein Ablenkungsmanöver. Der Geiselnehmer habe mit der Ermordung der Geiseln gedroht, sollte die Polizei die Druckerei östlich von Paris stürmen, in der sich die mutmaßlichen Urheber des Terroranschlags auf Charlie Hebdo"verschanzt haben, zitierte Le Figaro am Freitag Polizeikreise. Irsael hat indessen der französischen Regierung alle Unterstützung zugesagt.

Die Polizei hat laut der Agentur AP alle Geschäfte in der Umgebung der Geiselnahme aufgefordert, zu schließen - das Viertel ist sehr jüdisch geprägt, man hat Angst vor weiteren Attentaten. Auch im Marais, einem sehr beliebten Touristenviertel mit jüdischer Prägung, sollen die Geschäfte geschlossen halten. Es handle sich um eine „Vorsichtsmaßnahme“. Wegen des Sabbats hätten der Großteil aber ohnehin ab späten Nachmittag geschlossen.

Ein kurzer Exkurs - zu jenen, die den Opfern der Attentate gedenken. Denn nicht alle sind derzeit Charlie, manche sind auch Ahmed – in Verbeugung vor dem muslimischen Polizisten, der in Paris von den Terroristen unmittelbar nach ihrem Anschlag auf Charlie Hebdo getötet wurde, gibt es derzeit viele Solidaritätsaktionen. Mehr dazu lesen Sie hier.

In der Ziwschenzeit werden die Schulen nahe der Geiselnahme im Norden von Paris evakuiert; beginnend bei nder Volksschule.

Mashable-Reporter Tim Chester hat ein kurzes Video der Situation in Vincennes online gestellt - es zeigt die massive Polizeipräsenz:

Der Geiselnehmer im Supermarkt soll Angaben des Telegraph-Korrespondenten zufolge fordern, dass die Attentäter von Charlie Hebdo freikommen - sie halten sich derzeit in einer Druckerei in Dammartin-en-Goele verschanzt. In der Zwischenzeit war ein dritter Vorfall am Tricadero beim Eiffelturm gemeldet worden - die U-Bahn-Station war dort gesperrt gewesen. Es hat sich aber offenbar um einen falschen Alarm gehandelt, wie nun auch das Innenministerium bestätigt hat.

In der Zwischenzeit wurden neue Details über die Verbindungen der Attentäter bekannt: Hayat Boumeddiene soll 26 Jahre alt sein, sie war - oder ist - in einer Beziehung mit Amedy Coulibaly. Der 33-jährige Coulibaly wiederum sei erst im Frühjahr aus dem Gefängnis entlassen worden, berichtet Le Monde – er soll mit den Attentäter von Charlie Hebdo bekannt sein. Coulibaly und Cherif Kouachi seien dem verurteilten Terroristen Djamel Beghal sehr verbunden gewesen, schreibt die Zeitung. Dieser hatte einen Anschlag auf die US-Botschaft in Paris geplant gehabt und war davor verhaftet worden.

Hier ein grafischer Überblick:

Eindrücke vom Tatort in Vincennes - die Polizei hat offenbar auch Personen verhaftet, die das Zufahrtsverbot zu dem Supermarkt, in dem die Geiselnahme stattfindet, ignoriert haben.

Die Polizei dementiert, dass es bei der zweiten Geiselnahme Tote gibt - auch bei der Zahl der Geiseln schwanken die Angaben. Reuters berichtet von sechs Menschen, AP von fünf.

In der Zwischenzeit kurz eine andere Ankündigung: In Östereich wird der Opfer des Attentats auf Charlie Hebdo gedacht - am Sonntag um 16 Uhr findet am Ballhausplatz eine Gedenkveranstaltung von Bundesregierung und Glaubensgemeinschaften gegen den Terror statt. Dabei werden Schauspieler Texte gegen den Hass verlesen - in Gedenken an die Charlie-Hebdo-Opfer.

Die Gewerkschaft hat eine Online-Solidaritätserklärung initiiert - wer unterzeichnen will, ist hier richtig.

Die beiden von der Polizei gesuchten Verdächtigen, Amedy Coulibaly und Hayat Boumeddiene, sollen sich in dem Supermarkt verschanzt haben. Laut Polizei sind sie bewaffnet und gefährlich. Laut Le Monde soll Coulibaly Boumeddienes Ex-Freundin sein.

Laut AFP soll der Geiselnehmer im Osten von Paris der Polizei folgendes zugerufen haben: "Ihr wisst, wer ich bin." Wohl in Anspielung auf den Anschlag am Donnerstag.

Bei der Geiselnahme im Osten von Paris soll es mindestens zwei Tote geben. Mehr Details sind bislang nicht bekannt.

Das Gebiet um das jüdische Geschäft wurde abgeriegelt, Schulkinder in der Gegend dürfen die Schulen nicht verlassen. Die Stadtautobahn wurde an der Porte de Vincennes in beide Richtungen gesperrt.

Das Innenministerium hat ein Bild von zwei Verdächtigen veröffentlicht - sie werden in Zusammenhang mit dem Vorfall in Montrouge gesucht; also jener Schießerei, bei der eine Polizistin ums Leben kam.

Und hier noch nachgeliefert eine geographische Übersicht über die Ereignisse - die Schauplätze im Überblick:

Ein Reporter von Channel 4 ist in Paris bei der zweiten Geiselnahme vor Ort:

Hier eine kleine Zusammenfassung: Während die Geiselnahme im Norden von Paris andauert - dort halten die mutmaßlichen Charlie-Hebdo-Attentäter zumindest eine Person gefangen -, hat sich im Osten von Paris in einem Lebensmittelgeschäft eine Schießerei ereignet. Dort sollen fünf Personen gefangen gehalten werden, der Geiselnehmer soll jene Person sein, die am Donnerstag eine Polizistin erschossen hat; diese Meldungen sind allerdings nach wie vor unbestätigt.

Das Geschäft befindet sich in der Rue Albert Willemetz - hier ein Google-Screenshot.

Präsident Hollande beobachtet die Situation vom Innenministerium aus.

RTL berichtet, dass eine Frau und ein Kind in dem Geschäft als Geiseln gehalten würden - insgesamt sollen fünf Menschen dort gefagngen gehalten werden, dazu gibt es aber keinerlei offizielle Bestätigung. Der Mann sei mit einer Kalaschnikow bewaffnet.

Er soll beim Betreten des Geschäfts gerufen haben: "Ihr wisst, wer ich bin." Kolportiert wird, dass es sich um den selben Mann handeln soll, der gestern eine Polizistin in Paris erschossen hat (mehr dazu hier). Ob es sich bei dem Geschäft tatsächlich um einen Laden für koschere Lebensmittel handelt, ist auch noch unklar.

Reuters berichtet, dass zumindest ein Mann, bewaffnet mit mehreren Schusswaffen, das Geschäft gestürmt sein soll und dort um sich geschossen haben soll - eine Person sei verletzt, heißt es. Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve soll sich auf dem Weg zum Tatort befinden; das Geschäft liegt im 12. Pariser Arrondissement, der Verkehr wurde offenbar großräumig gesperrt.

Auf Tiwtter kursieren Bilder vom Tatort:

Le Figaro und AFP berichten von einer weiteren Schießerei, und zwar in Paris – um 13 Uhr soll es einen Schusswechsel bei einem jüdischen Gemischtwarenladen in Porte de Vincennes im Osten der Hauptstadt gegeben haben. Das ganze Gebiet soll abgesperrt sein, wird auf Twitter von Augenzeugen berichtet. Es wird auch von einer zweiten Geiselnahme berichtet, dies ist aber unbestätigt. Involviert soll jener Mann sein, der am Donnerstag im Süden von Paris eine Polizistin erschossen hat. Es soll zumindest eine verletzte Person geben.

Die Stadtverwaltung hat offenbar beschlossen, die umliegenden Schulen in Dammartin zu evakuieren – dies teilte sie auf ihrer Homepage mit. Die Behörden wollen zwei Schulen in der Nähe der Druckerei evakuieren, in der sich die mutmaßlichen Attentäter verschanzt haben. Zwölf Busse sollen die Schüler abholen, twittert eine Journalistin vom Journal du Dimanche.

Man versucht weiterhin mit den Geiselnehmern Kontakt aufzunehmen: „Unsere Priorität ist, einen Dialog herzustellen“, heißt es aus dem Innenministerium, das Informationen auch per Twitter teilt. Eine Stürmung des Gebäudes ist offenbar nicht geplant. "Das kann noch viel Zeit in Anspruch nehmen, einige Stunden vielleicht", schreibt Le Figaro unter Bezugnahme auf die Polizei.

Pierre-Henry Brandet, Sprecher des Innenministeriums, sagte Le Monde, dass es bisher keine Toten oder Verletzten gäbe - entgegen anderslautender Berichte. Die Attentäter hatten sich mit der Polizei ja eine Verfolgungsjagd geliefert, bei der es einen Schusswechsel gegeben haben soll; es war von ein bis zwei Toten die Rede gewesen.

Jener Mann, dessen Renault Clio die beiden Attentäter auf der Flucht gestohlen haben, hat mit Radio Europe 1 gesprochen – er hat die beiden Verdächtigen als „sehr ruhig, sehr bestimmt, sehr sicher und sehr professionell“ beschrieben. Sie hätten ihn gebeten, auszustiegen, was er auch getan habe – dabei seien die beiden aber nie laut geworden.

„Sie liefen nie, sie schwitzten nicht“, sagt der Mann. Zum Schluss hätten die beiden ihm gesagt, wenn die Medien nachfragen, solle er sagen: „Das ist El-Kaida im Jemen.“ Einer der beiden Brüder soll dort im Dschihad gewesen sein. Sie sollen im Schengen-Raum zur verdeckten Beobachtung ausgeschrieben gewesen sein, sagt der deutsche Innenministers Thomas de Maiziere laut einem ARD-Interview, das der Sender in Vorabmeldung ausgeschickt hat.

Die Redaktion von Charlie Hebdo ist in der Zwischenzeit im Verlagsgebäude von Libération angekommen - dort wird sie trotz des Attentats eine neue Ausgabe produzieren. Diese soll nächste Woche erscheinen, in einer Auflage von einer Million. Unsere Kultur-Redaktion hat mehr dazu.

Laut Sky-Korrespondenten bewegen sich Polizeikräfte auf das Gebäude der Polizei zu.

Die französische Polizei hat sämtliche Journalisten aus der Industriezone in Dammartin-en-Goele verbannt. Die Helikopter, die bisher über dem Gebiet gekreist sein, seinen zudem gelandet, berichtet ein Journalist von Le Monde.

Außerdem berichtet die Zeitung, dass die betroffene Druckerei aktuell fünf Angestellte habe: Den Chef, seine Frau, den Sohn des Paares, einen Grafiker und eine Sekretärin.

Die Polizei hat bestätigt, dass es einen Zusammenhang zwischen den beiden Anschlägen in Paris geben soll. Mehr Infos zum zweiten Anschlag finden Sie hier.

Ein Sprecher des französischen Innenministeriums schließt eine Stürmung der Druckerei vorerst aus. Die Verhandler hätten ihre Arbeit aufgenommen, sagte er vor kurzem dem Radiosender RTL, "in diesem Moment ist eine Erstürmung ausgeschlossen". Man könne gegenwärtig jedoch auch nicht von einem "Dialog" mit den Entführern sprechen. "Das wäre eine unzulässige Verallgemeinerung", so Pierre-Henri Brandet. Ein konservativer Abgeordneter hat zuvor berichtet, die mutmaßlichen Attentäter hätten erklärt, als "Märtyrer" sterben zu wollen.

Radio France Info hat mit einem Augenzeugen gesprochen, der bei der Fabrik offenbar auf einen der Terroristen getroffen sein soll: "Er hat mir gesagt, er sei von der Polizei", sagte der Augenzeuge – eine Uniform habe der Mann aber nicht getragen. Der Bewaffnete habe ihm sogar die Hand gegeben – und gesagt haben: "Gehen Sie, wir bringen sowieso keine Zivilisten um." Das Gesicht des Verdächtigen habe er nicht erkennen können, dennoch sei er sich sicher: "Ich habe die Hand eines Terroristen geschüttelt."

Panzer unterwegs nach Dammartin-en-Goele

Laut Le Figaro könnte es sich bei der Geisel um einen 27-jährigen Mitarbeiter des betroffenen Familienunternehmens handeln. Laut Familiengehörigen sei der junge Mann weder per Telefon noch per Mail erreichbar. Zudem stehe sein Auto in dem Gebiet.

Derzeit findet ein Krisentreffen der Spitzen der Regierung unter Präsident Hollande statt. Das berichtet Le Monde.

Zwischen dem Terroranschlag auf die Redaktion von "Charlie Hebdo" und den Schüssen auf eine Polizistin und einen Straßenkehrer südlich von Paris am Donnerstag könnte es doch einen Zusammenhang geben: Laut dem französischen Magazin Le Point gehörten alle drei Attentäter derselben radikalislamischen Gruppierung an.

Konkret soll es sich dabei um das nach einem Park im 19. Pariser Bezirk benannten "Buttes-Chaumont-Netzwerks" handeln. Dieses schickte in der Vergangenheit auch immer wieder Kämpfer nach Syrien und in den Irak.

Die mutmaßlichen Attentäter Said und Cherif K. sind keine Unbekannten. Was man über die Verdächtigen weiß.

In der Nähe des Einsatzgebietes haben sich bereits zig Journalisten positioniert. Sie warten auf Neuigkeiten.

Die Lehrer in den Schulen versuchen die eingesperrten Schüler mit dem Singen von Liedern bei Laune zu halten und eine Panik zu vermeiden.

In Paris und anderswo in Frankreich ist die Polizei- udn Militärpräsenz an öffentlichen Plätzen verstärkt worden - so auch beim Eiffelturm in Paris.

Frankreichs Präsident Hollande sagt bei einer aktuellen Pressekonferenz: "Die aktuellen Bedrohungen sind nicht neu. Unser Land ist im vergangenen Jahrzehnt schon öfter Opfer terroristischer Handlungen geworden. In den vergangenen Monaten wurden mehrere Anschläge verhindert." Ziel sei es nun, die französischen Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Dazu müsse der Staat Präsenz zeigen, um der Bevölkerung zu zeigen, dass sie in einem Rechtsstaat leben und sicherzustellen, dass alle Bürger in der gleichen Republik leben. Vor allem gelte es, die in den kommenden Tagen landesweit stattfindenden Demonstrationen und Solidaritätsbekundungen zu schützen.

Hollande gibt bei der Pressekonferenz keine Details zur laufenden Polizeiaktion bekannt. Er sagt, dass jene Menschen, die an den geplanten Demonstrationen am Wochenende teilnehmen wollen von der Polizei beschützt werden. Er lobt außerdem die Solidaritätsbekundungen diverser ausländischer Staats- und Regierungschefs der vergangenen Tage.

Die französische Polizei steht offenbar in Kontakt zu den mutmaßlichen Attentätern und Geiselnehmern in der Druckerei. Sie hätten angegeben, als "Märtyrer" sterben zu wollen, erklärte der konservative Abgeordnete Yves Albarello nach Angaben von The Telegraph online.

Bei dem zweiten Anschlag am Donnerstag in Paris ist indes ein Hauptverdächtiger identifiziert worden. Mehr dazu lesen Sie hier. Bislang ist kein Zusammenhang zum Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo bekannt.

Laut Guardian sollen in der betroffenen Region keine Mobiltelefone mehr funktionieren.

Eine Mitarbeiterin im Büro des Bürgermeisters, Caoline Morais, berichtet Le Monde:

"Wir sind eingeschlossen, jeder ist drinnen eingesperrt, wir verfolgen hier alles auch online."

Die Bevölkerung wurde angehalten ihre Häuser nicht zu verlassen. Die Schüler in den drei Volksschulen der Umgebung sollen ihre Klassenräume nicht verlassen.

Am Pariser Flughafen Charles de Gaulle werden dort landende Flüge teilweise auf weiter entfernte Landebahnen oder andere Flughäfen umgeleitet, berichtet die Zeitung Le Monde online. Informationen, wonach zwei der vier Bahnen gesperrt seien, hat der Flughafen nicht bestätigt.

Die Geiselnahme in Dammartin-en-Goele finde nach Angaben der Gemeindeverwaltung in einer kleinen Druckerei mit vier Mitarbeitern statt, berichtet die Tageszeitung Le Monde online. Wie Le Monde unter Verweis auf die Staatsanwaltschaft weiter schreibt, forderte die Geiselnahme bisher keine Opfer. Auch im Zuge der Geiselnahme soll es entgegen vorheriger Meldungen keine Toten gegeben haben.

Frankreichs Innenminister Bernhard Cazeneuve hat vor kurzem bestätigt, dass eine Operation von "Elite-Einheiten" im Gang sei. Ziel sei es, die "Verantwortlichen" für den Terroranschlag gegen die Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo" "zu neutralisieren", zitiert die Nachrichtenagentur AFP den Minister.

Helikopter überfliegen das Gebiet nahe Paris.

Bei dem Schusswechsel soll es mindestens zwei Tote gegeben haben. Nach Informationen der Zeitung Le Parisien sollen zudem 20 Menschen verletzt worden sein.

Der französische Innenminister bestätigt den Großeinsatz. Die beiden Verfolgten seien die Täter.

Guten Morgen aus dem Newsroom!

Die Polizei liefert sich eine Verfolgungsjagd nahe Paris. Hubschrauber kreisen nahe dem Gebiet des Flughafens Charles de Gaulle.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.