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Politik Ausland
02/05/2019

EU plant bezahlten Papaurlaub von zehn Tagen

Die EU könnte damit einem hierzulande geführten Streit über den Papamonat samt Rechtsanspruch vorgreifen.

Die Diskussion um einen Rechtsanspruch beim Papamonat beschäftigt auch Brüssel. Mit einer Einigung zwischen EU-Staaten und dem Europaparlament soll für die Väter nach der Geburt ihres Kindes europaweit ein Vaterschaftsurlaub von mindestens zehn Tagen eingeführt, der in Höhe des Krankengeldes vergütet wird.

Die vorläufige Einigung muss von den beiden EU-Institutionen noch förmlich angenommen werden.

In Österreich gibt es je nach Kollektivvertrag die Möglichkeit für Väter nach der Geburt eines Kindes sich ein paar Tage bezahlt frei zu nehmen. Je nach KV sind das aber im Schnitt meistens nur ein bis zwei Tage.

EU-Richtlinie zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben

Grundlage ist die EU-Richtlinie zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, mit der die EU-Kommission 2017 einige zeitgemäße oder höhere Standards für Eltern-, Vaterschafts- und Pflegeurlaub vorgeschlagen hat.

So wird in der Richtlinie auch der bestehende Anspruch auf vier Monate Elternurlaub gestärkt, indem zwei Monate nicht zwischen den Elternteilen übertragbar sind und in der von den EU-Staaten festgelegten Höhe vergütet werden.

In Österreich läuft derzeit eine Diskussion rund um einen Rechtsanspruch auf den Papamonat und auch über die finanzielle Ausgestaltung der Baby-Auszeit.

Fünf Tage für Pflege

Neu vereinbart wurde außerdem, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Anspruch auf jeweils fünf Tage pro Jahr für Pflegetätigkeiten haben. Die EU-Vorschriften stärken auch das Recht für Eltern und pflegende Angehörige, flexiblere Arbeitsregelungen zu beantragen.

Diese vorläufige Einigung muss sowohl vom Europäischen Parlament als auch vom Rat förmlich angenommen werden. Die EU-Kommission sieht die Einigung im Kontext der von ihr propagierten "Europäischen Säule sozialer Rechte".

"Dies ist ein riesiger Schritt hin zu einem sozialeren Europa und zeigt den wahren Geist der Säule auf", sagten Vizepräsident Frans Timmermans und die EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen.

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