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Kinder, Pflege, Hof: So sollen Bäuerinnen entlastet werden

EU will Frauen in der Landwirtschaft stärken. Minister Totschnig (ÖVP): „Realitäten haben sich geändert.“
Sojabohnen-Ernte im Marchfeld

Die Rolle der Frauen in der Landwirtschaft rückt auf europäischer Ebene stärker in den Fokus. Beim Treffen der EU-Landwirtschaftsministerinnen und -minister in Brüssel stand am Montag die Situation von Bäuerinnen im Mittelpunkt. Anlass ist das von den Vereinten Nationen ausgerufene Internationale Jahr der Bäuerin 2026.

Österreichs Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) sprach sich dafür aus, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen in der Landwirtschaft deutlich zu verbessern. „Wie stellen wir sicher, dass die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie auch bei den Bäuerinnen zusammengeht? Die Realitäten auf den Höfen haben sich geändert“, sagte Totschnig am Rande des Ministertreffens.

Bessere Organisation gefordert

Nach Ansicht des Ministers stehen Bäuerinnen heute vor denselben Herausforderungen wie Frauen in anderen Berufen. Kinderbetreuung und die Pflege von Angehörigen müssten daher auch im ländlichen Raum besser organisiert werden. Ziel müsse sein, dass „der Service, der anderen Frauen völlig normal zugänglich ist, auch den Bäuerinnen zugänglich“ werde. Begleitet wurde der Minister nach Brüssel von der österreichischen Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger, die ihre Erfahrungen in die Diskussion der EU-Agrarministerinnen und -minister einbringen sollte.

Neue Strategie für Tierhaltung

Neben der Situation der Bäuerinnen beschäftigten sich die Ministerinnen und Minister mit einer neuen Strategie für die Tierhaltung. Diese soll Landwirten helfen, wirtschaftliche Unsicherheiten, steigende Produktionskosten, Tierkrankheiten und die Folgen des Klimawandels besser zu bewältigen. Ebenfalls auf der Tagesordnung stand ein Eiweißplan der Europäischen Kommission. Ziel ist es, den Anbau von Eiweißpflanzen in der EU deutlich auszubauen und die Abhängigkeit von Importen zu verringern. Der Anteil der in Europa produzierten pflanzlichen Proteine soll bis 2035 von derzeit rund 25 auf 35 Prozent steigen.

Totschnig begrüßte den Vorstoß. Österreich habe bereits seit 2021 eine nationale Eiweißstrategie und den Anbau entsprechender Kulturen deutlich ausgeweitet. Nach Angaben des Ministers verfügt Österreich mittlerweile über die drittgrößte Sojaanbaufläche innerhalb der Europäischen Union.

Österreich pocht auf hohe Standards

Positiv bewertet Totschnig auch, dass die Europäische Kommission die Bedeutung der Grünlandwirtschaft in ihrer Nutztierstrategie hervorhebt. Fast die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche Österreichs besteht aus Grünland, das eine zentrale Rolle für Milch- und Fleischproduktion sowie für die Kulturlandschaft spielt.

Zugleich fordert der Minister europaweit vergleichbare Standards in der Tierhaltung. Gerade bei der Putenhaltung habe Österreich besonders hohe Anforderungen. Einheitlichere Regeln seien daher auch eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit für heimische Betriebe.

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