Frauen in der Landwirtschaft: Warum Bäuerinnen 2026 im Mittelpunkt stehen
Eigentlich ist die Gleichstellung der Frau in der Landwirtschaft schon lange kein Thema mehr. Denn eines ist klar: Ohne Frauen würden die bäuerlichen Betriebe schlicht nicht funktionieren. Für mehr Wertschätzung in der Öffentlichkeit werden die Bäuerinnen nun 2026 vor den Vorhang geholt, denn die Vereinten Nationen haben das Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft ausgerufen.
Andrea Wagner, Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer Niederösterreich
Ein Themenjahr, das auch Andrea Wagner als Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer Niederösterreich freut. Nachdem Frauen rund 50 Prozent der Bevölkerung ausmachen, begrüßt sie, dass deren Interessensvertretung dementsprechend stark abgebildet wird, wobei hier durchaus noch Luft nach oben bestünde, meint sie.
Rund 35 Prozent der Höfe in Österreich werden von Frauen geführt. Dass es nicht mehr sind, liegt am immer noch weit verbreiteten Bestehen traditioneller Strukturen, in denen es eben meist die Söhne sind, die die Höfe erben und weiterführen. Viele junge Frauen kommen aus ganz anderen Berufen auf die Höfe und bringen ihre Talente, viel Energie und eine große Portion Tatkraft mit. Mit zeitgemäßen Ideen setzen sie viel in den landwirtschaftlichen Betrieben um und entwickeln diese mit ihren Entscheidungen maßgeblich weiter.
Ingrid Jägersberger, Bäuerin aus Puchberg am Schneeberg
So wie Ingrid Jägersberger, die einen Betrieb in Puchberg am Schneeberg führt. Gelernt hat sie den Beruf der Köchin, hat sich aber nach ihrer Heirat auf dem Hof längst als Bäuerin etabliert. Neben den laufenden Aufgaben im Betrieb absolvierte sie in der Abendschule die landwirtschaftliche Facharbeiterausbildung, die sie schließlich mit dem Facharbeiterbrief abschloss. Danach stieg sie komplett in die Viehwirtschaft ein und kümmert sich seither um Belange wie das Tiermanagement, die Weidehaltung oder aber auch die Buchhaltung.
Irene Neumann-Hartberger, Landesbäuerin in Niederösterreich
Die größte Interessenvertretung von Frauen in der Landwirtschaft sind „Die Bäuerinnen Niederösterreich“. Diese Organisation ist bestrebt, die Frauen auf den Betrieben zu stärken, sie mit Aus- und Weiterbildung auszustatten, ihnen bei Innovationen zu helfen und sie im persönlichen Wachstum zu unterstützen, führt Irene Neumann-Hartberger, Landesbäuerin in Niederösterreich, aus. Und es geht auch darum, Bäuerinnen als Motivatorinnen in landwirtschaftlichen Betrieben einzusetzen, etwa wenn es um die Entwicklung neuer Standbeine geht.
Auch hier dient Ingrid Jägersberger als Beispiel, denn Sie gibt ihre Kompetenzen als Seminarbäuerin an andere Landwirtinnen weiter. So bietet sie Kochkurse mit regionalen und saisonalen Lebensmitteln an, um die heimische Landwirtschaft zu stärken. Besonders wichtig ist ihr die Bildungsarbeit der Seminarbäuerinnen für Kinder, bei der in Schulworkshops Einblicke in die heimische Landwirtschaft sowie Respekt und Wertschätzung für die bäuerlichen Tätigkeiten vermittelt werden. So sorgen viele Aha-Momente unter den Kindern für ein Bewusstsein dafür, wo und wie unsere heimischen Lebensmittel produziert werden - und natürlich wird dabei auch das Interesse für einen landwirtschaftlichen Beruf geweckt.
Die UNO fördert die Gleichstellung und stärkt Frauen in der Landwirtschaft.
Das Jahr 2026 soll mit seinem UNO-Themenschwerpunt dazu beitragen, solche wertvollen Initiativen zu fördern, strukturelle Ungleichheiten abzubauen und die Gleichstellung von Frauen im Agrarsektor zu unterstützen.