Angriffig, wie erwartet: Wilders (r.) im TV-Duell gegen Premier Rutte

© REUTERS/YVES HERMAN

Kopf-an-Kopf-Rennen.
03/13/2017

Entscheidendes TV-Duell: Wilders gegen Rutte

Jeder zweite Niederländer ist noch unentschlossen, wen er am Mittwoch wählen soll.

von Ulrike Botzenhart

Mit Hochspannung erwarteten die Niederländer am Montagabend das einzige TV-Duell zwischen dem rechtsliberalen Premier Mark Rutte (50) und dem Rechtspopulisten Geert Wilders (53). Die beiden lieferten sich zwei Tage vor der Wahl einen heftigen Schlagabtausch. Rechtspopulist Wilders sagte, er werde sich bei einem Wahlsieg für einen "Nexit", also einen Austritt der Niederlande aus der EU, stark machen. Wilders: "Dann werden wir wieder der Boss im eigenen Haus sein."

Rutte wies dieses Szenario als große Gefahr zurück. "Ein Austritt aus der EU ist unverantwortlich und stürzt unser Land ins Chaos", so der Ministerpräsident. Ein Nexit würde mindestens 1,5 Millionen Arbeitsplätze in den Niederlanden vernichten, rechnete Rutte am Montagabend vor und verwies auf die Folgen des Brexit in den Großbritannien.

Der Konfrontationskurs, den Rutte im Wahlkampf-Finish gegenüber der türkischen Regierung fährt, könnte den Ausschlag zugunsten Ruttes geben – glauben die einen. Denn damit habe er Wilders den Wind aus den Segeln genommen. Andere Analytiker glauben hingegen, dass Rutte damit verspielt, weil er Wilders harten Kurs gegen Ausländer und Islam so indirekt recht gebe.

Entsprechend gespannt verfolgten die Holländer die TV-Diskussion. Der harte Schlagabtausch hat Geschichte: Die beiden Männer gehörten bis 2004 derselben Partei – Ruttes VVD – an. Und es war Wilders, an der Ruttes erste Minderheitsregierung 2012 gescheitert ist. Das hat ihm Rutte nie verziehen.

Umfragen sprechen für ein knappes Rennen – nicht nur zwischen Rutte und Wilders. Bleibt es bei der Kräfteverteilung, die Umfragen prognostizieren, wird die Regierungsbildung schwierig. Denn die fünf größten Parteien liegen lediglich fünf Prozentpunkte auseinander. Erringt keine mehr als 17 Prozent, bedarf es drei Parteien zum Regieren.

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