Bruno Kreisky brachte als damaliger österreichischer Außenminister die Südtirol-Frage vor die UNO

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Politik Ausland
10/21/2018

Ein langer Weg zum Wohlstand in Südtirol

Leidvolle Geschichte: Die Südtiroler mussten viele Jahre der Demütigung überstehen.

von Armin Arbeiter

„Los von Rom!“, fordern die Südtiroler Schützen auf jedem Andreas Hofer-Festumzug in Innsbruck, während die Dornenkrone, ein Symbol „für die Leiden, die die Südtiroler im Laufe der Geschichte mitgemacht haben“, durch die Straßen getragen wird.

Was sich heutzutage nach Folklore aus alten Tagen anhört, liegt gar nicht so lange zurück: Erst im Juni 1992 legten Österreich und Italien den Streit um die Autonomie Südtirols offiziell bei – und bis dorthin war es ein langer Weg. In Südtirol, das nach dem Ersten Weltkrieg Italien zugeschlagen worden war, siedelte Benito Mussolini ab 1922 Zehntausende Italiener an, um das Land zu italienisieren. Die deutsche Sprache wurde im Schulunterricht und öffentlichen Einrichtungen verboten, Vor- und Nachnamen ins Italienische umgeändert, ebenso Ortsnamen.

Der „Hitler-Mussolini-Pakt“ stellte die Südtiroler 1939 vor die Wahl, sich als Italiener zu bekennen oder nach Deutschland auszuwandern. Zehntausende verließen das Land in Richtung Norden.

Nach 1945 Wiedervereinigung angestrebt

Obwohl Südtirol und Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg eine Wiedervereinigung anstrebten, lehnten dies die westlichen Siegermächte ab.

1946 unterzeichneten der österreichische Außenminister Karl Gruber und der italienische Ministerpräsident Alcide De Gasperi das sogenannte Gruber-De-Gasperi-Abkommen, wonach deutschsprachige Südtiroler dieselben Rechte bekommen sollten wie italienischsprachige. Bald sollte jedoch ein anderer Wind wehen: Ab Juli 1952 musste der gesamte Amtsverkehr auf Italienisch geführt werden, Deutschsprachige hatten keine Chance auf Beamtenposten.

Nach Unterzeichnung des Staatsvertrages brachte Österreich den Fall vor die UNO, dank dem damaligen Außenminister Bruno Kreisky wurde das Thema 1960 auf der Vollversammlung besprochen. Die Umsetzung des Abkommens wurde als bindend festgestellt. Zu diesem Zeitpunkt verübten die sogenannten Bumser bereits ihre Attentate gegen italienische Statuen und Infrastruktur, doch auch die Italiener sprengten eine Andreas-Hofer-Statue in Innsbruck. Die Lage eskalierte in der „Feuernacht“, in der die Bumser 19 Hochspannungsleitungen sprengten, ein Mensch starb.

1972 trat das zweite Autonomiestatut in Kraft, das den Südtirolern mehr Rechte zusicherte – langsam aber sicher verbesserte sich die Situation, Österreich wurde zur Schutzmacht Südtirols.

Heute zählt das Land zu den wohlhabendsten Gebieten Europas.

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