© REUTERS/GUGLIELMO MANGIAPANE

Politik Ausland
02/17/2021

Draghi schwor Italiens Senat auf Teamarbeit ein

Der neue Premier verglich die Corona-Krise mit der Nachkriegszeit. Auch damals sei Zusammenarbeit essentiell gewesen.

von Andrea Affaticati

Eine knappe Stunde dauerte die Rede, die Premier Mario Draghi gestern vor dem Senat hielt. Zuerst gedachte er der Opfer der Pandemie, der Verstorbenen sowie all jener in Not Geratener. Er versprach: „Wir werden alles tun, damit alle so schnell wie möglich ihre Rechte wiedererlangen und zurück zu ihren Beschäftigungen kehren können.“

Draghi dankte seinem Vorgänger Giuseppe Conte für seine Arbeit in dieser schwierigen Zeit und wandte sich dann an die in den letzten Tagen zunehmend nervöser gewordenen Parteien. Keiner müsse seine Identität ablegen hob er hervor. „Alle machen einen Schritt vorwärts, stellen sich den Notwendigkeiten des Landes“, um ohne Vorbehalte miteinander zu arbeiten.

Erinnerung an Nachkriegszeit

Als Beispiel und Mahnung erinnerte er an die unmittelbare Nachkriegszeit. Damals arbeiteten der Christdemokrat Alcide De Gasperi und der Kommunist Palmiro Togliatti zusammen, um den Wiederaufbau zügig voranzubringen. Das sei auch in der Corona-Krise notwendig, allen voran die Massenimpfung, auch angesichts einer soeben in Neapel entdeckten neuen Virusvariante.

Parallel dazu werde man aber auch wichtige Reformen anpacken – öffentliche Verwaltung, Justiz und Fiskalsystem –, um nicht zuletzt die 209 Milliarden Euro aus dem Wiederaufbau-Fonds optimal zu investieren. Besonders seien Jugend, Frauen und generell das menschliche Kapital zu fördern.

Was die EU betrifft, so werde sich seine Regierung für ein immer stärker integriertes Europa einsetzen. Eine Antwort auf Lega-Chef Matteo Salvini, der tags davor dazu gesagt hatte: „Unumgänglich ist nur der Tod.“

Abschließend sprach Draghi den Parteien noch einmal ins Gewissen: „Die Einigkeit ist heute keine Option sondern eine Pflicht. Und diese entspringt aus unserer aller Liebe Italien gegenüber.“

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